Alle neun Minuten wird in Kärnten jemand so schwer verletzt, dass er oder sie in einem Spital behandelt werden muss. Laut offiziellen Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) haben sich im Jahr 2025 rund 57.100 in Kärnten verletzt – ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Damit liegt man hier im Bundestrend, österreichweit ist die Zahl um zwei Prozent auf insgesamt rund 824.400 ambulant oder stationär behandelte Unfallopfer gestiegen. Die Behandlungskosten erhöhten sich um sieben Prozent auf drei Milliarden Euro.

Immer mehr Senioren verletzt

Bedenklich sei die Entwicklung der Unfälle in Österreich im Seniorenalter: Die Zahl der spitalsbehandelten Verletzten im Alter 65plus ist im Vorjahr um fünf Prozent auf den neuen Höchststand von 266.100 gestiegen. In Kärnten waren 17.800 Personen in dieser Altersgruppe – das entspricht rund 31 Prozent der Gesamtverletzten. Diese Entwicklung ist zwar zum Teil auch Ausdruck des demografischen Wandels.

Trotzdem betont KFV-Direktor Christian Schimanofsky, dass Präventionsmaßnahmen noch stärker auf ältere Menschen ausgerichtet werden sollten. „Jeder Tag, den ein Mensch gesund und unfallfrei in den eigenen vier Wänden verbringen kann, bedeutet ein wertvolles Stück Lebensqualität für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Zugleich ist jede Vorsorgemaßnahme ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Pflegeeinrichtungen und des Gesundheitssystems in Österreich.“

In der Altersgruppe der 25- bis 64-Jährigen erhöhte sich die Zahl der spitalsbehandelten Verletzten in Österreich um vier Prozent auf rund 333.100. In Kärnten waren es mit 23.200 etwas mehr als 40 Prozent der Gesamtverletzten. Bei Kindern (0–14 Jahre) gab es hingegen einen leichten Rückgang von rund zwei Prozent, dennoch bleibt die Zahl mit 119.600 verletzten Kindern (in Kärnten 8500) weiterhin hoch. Hinzu kommen noch 105.600 Jugendliche (15-24 Jahre), ebenfalls mit einem leichten Rückgang von drei Prozent. In Kärnten waren es 7600.

Meiste Unfälle im Haushalt

Nach Lebensbereichen gegliedert entfielen 2025 die meisten Verletzten auf den Haushalt (334.500 österreichweit und 22.200 in Kärnten), gefolgt von Freizeit/Freizeitsport (280.700/ 20.700), Arbeit/Schule (111.400/7600) und Verkehr (97.800/6600).

Auffallend ist bei Haushaltsunfällen die starke Zunahme von Unfällen beim Gehen im Wohnbereich. Gegenüber 2024 gab es hier ein Plus von 21 Prozent auf 86.000 spitalsbehandelte Verletzte – vor allem Senioren sind davon betroffen. Deutliche Anstiege gibt es auch bei Reinigungsarbeiten, Arbeiten in Heim und Garten sowie beim Kochen.

© KFV/APA-Auftragsgrafik

Finger am öftesten verletzt

Die am häufigsten verletzten Körperteile über alle Unfallarten hinweg sind die Finger, gefolgt vom Knie sowie den Fußgelenken und Knöcheln. Bei Sportunfällen war das Knie am häufigsten betroffen. Auffällig ist zudem, dass bei Sportunfällen erstmals in mehr als fünf Prozent der Fälle Kopfverletzungen vom KFV dokumentiert wurden.