Am Dienstag sollte Klarheit herrschen. Dann wird die Gemeindeabteilung des Landes Kärnten eine Antwort auf die Frage vorlegen, ob die Abwahl von Isabella Theuermann als Wolfsberger Stadträtin am 26. Juni korrekt abgelaufen ist. Wie berichtet, wurde Theuermann aus ihrem Amt gewählt, während sie in einer Sitzung des Bundesrats war. Und das in einer durchaus kuriosen Gemeinderatssitzung. Erst traten zwei FPÖ-Gemeinderäte aus der fünfköpfigen Fraktion zurück, ein weiterer war als Polizist dienstlich verhindert und die vierte Mandatsträgerin lag im Kreißsaal. Die beiden frisch angelobten Gemeinderäte brachten am Ende der Sitzung schließlich den Antrag zur Abwahl Theuermanns ein. Dass - welch Zufall - eine Wahlkabine und eine Urne, die sonst am Bauhof der Gemeinde gelagert werden, im Nebenzimmer vorhanden waren, erleichterte das weitere Procedere. Nach wenigen Minuten war Theuermann ihr Amt los. Der Ablauf der Sitzung, den man mittlerweile auf der Homepage der Stadt Wolfsberg nachschauen kann, wirkt wie die Textprobe auf einer Laienbühne.
Fall Theuermann
„Was man über sie hört, würde man über einen Mann nie sagen“
Analyse.
War die Abwahl von Isabella Theuermann rechtmäßig? Dieser Tage soll ein Gutachten Klarheit schaffen. Deutlich ist aber schon jetzt, dass es kaum Solidarität mit der FPÖ-Politikerin gibt - auch von Frauen nicht.
© Helge Bauer