„36 Grad und es wird noch heißer“ – der Sommerhit der Nullerjahre beschreibt das derzeitige Wetter in Kärnten und Osttirol treffend. Der heißeste Tag des bisherigen Jahres steht am heutigen Mittwoch bevor. Es könnten sogar Allzeit-Juni-Rekorde fallen.
Rekorde könnten purzeln
Bereits am Montag kletterte das Thermometer in St. Andrä im Lavanttal auf 36,8 Grad. Auch wenn dieser Wert laut Meteorologe Martin Ortner von GeoSphere Austria noch nicht endgültig bestätigt ist, sei die Hitze außergewöhnlich hoch: „Besteht der Wert die Qualitätskontrolle, so war dies der bisher heißeste Juni-Tag aller Zeiten am Hitze-Hotspot St. Andrä“, so Ortner.
Insgesamt war der Montag der zweitheißeste Juni-Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Kärnten und Osttirol – vorerst. Denn: „Am Mittwoch dürfte es noch einmal heißer werden. Vielerorts könnte es zu weiteren Allzeit-Juni-Rekorden kommen“, sagt Ortner. Er rechnet verbreitet mit 35 Grad, schließt aber Spitzenwerte nicht aus: „Es könnten hier und da auch 36 oder 37 Grad werden – das ist noch nicht sicher. Am heißesten wird es wohl im Lavanttal und im Klagenfurter Becken.“
Viele leiden unter der Hitze
Unter der Hitze leiden viele Kärntnerinnen und Kärntner sowie Osttirolerinnen und Osttiroler – insbesondere ältere Menschen. Für sie stellen Hitzewellen eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar. Studien zeigen: Jeder zusätzliche Hitzetag mit Temperaturen über 30 Grad erhöhte die Sterblichkeit in österreichischen Bezirken zwischen 2015 und 2022 um 2,4 Prozent pro 1000 Einwohner.
Während sich viele bei diesen Extremtemperaturen in klimatisierte Räume oder zumindest in den Schatten zurückziehen, müssen andere unter erschwerten Bedingungen ihrer Arbeit nachgehen. „Wir trinken einfach viel, haben im Container hier um die Ecke einen Kühlschrank mit jeder Menge Wasser und Fruchtgetränken“, erzählt Manuel auf einer Baustelle in Viktring. „Wir machen eben öfter kurze Pausen im Schatten – viel mehr können wir eh nicht tun“, ergänzt Kollege Philipp. Während einige Bauarbeiter an anderen Baustellen versuchen, wegen der Hitze bereits gegen 14 Uhr Feierabend zu machen, endet ihr Arbeitstag erst um 17.30 Uhr.
„Hochsaison im Eissalon“
Doch des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freud: „Hochsaison im Eissalon!“, ruft Thomas Truppe, Chef des legendären Eisladens Morle bei der Steinernen Brücke in Klagenfurt, bereits aus der Ferne. „Die Hitze-Tage haben sich bei uns extrem niedergeschlagen – wir sind beim Eisverkauf kaum nachgekommen.“ Immer wieder strömen Kunden herbei und reißen den beiden Damen hinter der Eistheke die erfrischende Abkühlung quasi aus der Hand.
Besonders beliebt sind bei diesen Temperaturen – so Yvonne und Michaela, die beiden Töchter des Chefs, die im Verkauf mithelfen – die fruchtigen Sorten. Vor allem Zitrone soll an heißen Tagen besonders gut kühlen. Auch der Geheimtipp Joghurt-Ribisel kommt hervorragend an. „Sauer macht nicht nur lustig, sondern erfrischt auch gut“, erklären sie schmunzelnd.
Strandbäder werden gestürmt
Nicht nur schmunzeln, sondern sich richtig freuen, können sich die Stadtwerke Klagenfurt bei diesen hohen Temperaturen: Mehr als 10.000 Besucher waren es jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag, die in die drei großen Bäder Maiernigg, Loretto und besonders ins Strandbad Klagenfurt geströmt sind.
Am Montag waren es - trotzdem es sich um einen normalen Arbeits- und Schultag handelte - auch 7000 bis 8000 Besucher. „Das sind Zahlen, die wir in den Vorjahren erst im Juli und August erreicht haben“, erklärt Bäderleiter Gerald Florian. Weiter: „Auch wenn einiges auf die United World Games zurückzuführen ist, merkt man, wie es die Menschen bei Hitze in unsere Bäder zieht.“