Über die politische Leistungsbilanz von Gerald Klug zu debattieren, fällt schwer. Viel fällt vielen Menschen nämlich nicht ein. Eine Sache seiner gut zwei Jahre als Verteidigungsminister ist allerdings geblieben: Die Mahnwache am 8. Mai am Wiener Heldenplatz. Bevor Klug dort das Bundesheer zu einer Mahnwache abkommandierte, veranstalteten Burschenschaften eine „Gefallenenehrung am Heldenmal“. Was im Grunde vertretbar klingt, war in Wahrheit ein - in Teilen - neonazistisch durchsetzter Aufmarsch. Gegendemonstrationen mit Gewaltpotenzial, das sich dann auf beiden Seiten entlud, waren die erwartbare und eingetretene Konsequenz. Dass man seither das Geschehen an diesem Ort an diesem Tag staatlich steuert, ist nur folgerichtig.