Na endlich: Der Pennello wird generalüberholt, jener beliebte steinerne Steg direkt am Beginn des Hauptstrandes, der beim Hochwasser vom November 2023 so heftig unterspült wurde, dass man ihn vorsichtshalber sperrte. Dabei ist er bei Sonnenanbetern sehr beliebt, außerdem kostet er keinen Eintritt.
Auch abendliche Flaneure betraten ihn gern – er bot einen letzten wässrigen Rundumblick vor dem Digestivo und der Nachtruhe. Früher legten dort die Motorboote mit den Wasserskifahrern ab; das ist inzwischen aus Sicherheitsgründen verboten. Es gibt einfach keinen Glamour mehr auf dieser Welt. Apropos: Einmal kam – angeblich – sogar Alain Delon zum Wasserskifahren vorbei.
Warum die Arbeiten ausgerechnet im Mai und Juni ausgeführt werden, also zur beginnenden Hauptsaison? Man wolle verhindern, dass die Arbeiter von schlechtem Wetter gestört werden, was die süßeste Ausrede ist, die ich in 20 Jahren in Italien je gehört habe. Kaum erklärlich, wie in London je etwas fertiggebaut werden kann.
In Wahrheit steckte ein heftiges Zuständigkeitsgerangel dahinter, aber nun ist ja alles gut. Also jedenfalls, sofern die Arbeiten wirklich bis zum 18. Juni, wie versprochen, erledigt sind, denn wir dürften doch angesichts der tonnenschweren Steinbrocken schweres, lärmendes Gerät erwarten. Ach, und pünktlich zum Baubeginn wurde das Wetter rabenschlecht.
Und noch ein Projekt sorgt für Gesprächsstoff auf der Insel. Die lange leerstehende Klinik Santa Eufemia soll wiedereröffnet werden – und zwar als Hotel. Wenn man mal genauer drüber nachdenkt, keine sooo schlechte Idee, immerhin ist ein Krankenhaus ja auch ein Hotel, bloß eben für Kranke – es gibt eine große Profiküche, die Zimmer sind richtig geschnitten und haben auch die übliche Größe für ein typisches Gradeser Dreisternehotel.