Die Verwunderung war groß: Woher soll ein ehemaliger FPÖ-Politiker aus Vorarlberg 2,3 Millionen Euro übrig haben und diese großzügig an die AfD für deren laufenden Bundestagswahlkampf spenden? Recherchen des Standard und des Spiegel legen nun nahe, dass besagter Gerhard Dingler lediglich ein Strohmann sein könnte und das Geld aus dem Vermögen von Henning Conle stammt. Ein Name, der schon mehrfach als möglicher Geldgeber von rechten Parteien genannt wurde. Schweizer Medien berichteten von Spenden an die rechtspopulistische Schweizer Volkspartei. In Deutschland erklärte die ehemalige AfD-Politikerin Frauke Petry, dass Conle mit verdeckten Zahlungen Einfluss auf die Social Media-Aktivitäten der Partei gehabt haben soll. Eine Berichterstattung darüber konnte Conle nicht verhindern, geäußert hat er sich öffentlich zu den Vorhalten dennoch nicht.

Ähnlich verhielt es sich, als die Kleine Zeitung zu seinen Aktivitäten in Kärnten recherchierte. Er wolle seinen Namen nicht in Medien wissen, ließ Henning Conle schriftlich über seinen Anwalt ausrichten. Alleine: Dass der 1944 in Deutschland geborene Unternehmer in Kärnten höchst aktiv und investiert ist, lässt sich auch durch öffentlich einsehbare Grund- und Firmenbuch-Einträge belegen.

So gehören ihm beziehungsweise Gesellschaften in seinem Einfluss etwa eine Landwirtschaft im Lavanttal und das Schloss Hubertus am Reisberg bei Wolfsberg, aber auch das Marianum und ein Business Center in Klagenfurt und das Parkhotel in Villach. Sein Sohn gleichen Namens ist Teilhaber eines Waffengeschäfts in Villach. Zudem sicherte er sich weitere 170 Hektar aus dem Eigentum des Jesuitenordens im Lavanttal.

Auch in anderen Teilen Österreichs ist Conle investiert. So kaufte er etwa das Forstamt Dreher im Ennstal, den viertgrößten Forstbetrieb Österreichs. In den Medien wurde damals ein Kaufpreis von 120 Millionen Euro kolportiert.

Vermögen mit Sozialbauten gemacht

So detailreich sich Conle um seine Investitionen in Kärnten kümmert - „beim Parkhotel geht jede Kleinigkeit über seinen Schreibtisch“, berichtet ein Insider - so gering ist das Immobilienvermögen im Vergleich zum übrigen Eigentum der Familie. Ausgehend von Sozialbauten die sein Vater und sein Onkel im Nachkriegsdeutschland errichtet haben, verfügt man immer noch über tausende Wohnungen, die über zig Gesellschaften gehalten werden. Mehrfach soll sich Conle dabei auch den Zorn von Mieterschützern zugezogen haben, berichten Medien. Während Conles Vater und Onkel noch im Dunstkreis der SPD anzusehen waren, wird Henning Conle selbst politisch dem rechten Spektrum zugeordnet. 

Laut Süddeutscher Zeitung hat man das Immobilien-Geschäft längst auch ins Londoner-Luxussegment ausgedehnt. The Independent nannte es ein „Monopoly im echten Leben“.

Zu den aktuellen Recherchen gab es laut Spiegel keine Reaktion Conles.