Während sich in Kärnten für den Aufnahmetermin im Dezember des letzten Jahres 180 Interessierte für den Polizeidienst beworben haben, konnte die Anzahl an Bewerbungen durch ein neues Aufnahmeverfahren und die Anpassung der Kriterien beinahe verdreifacht werden. Für die Aufnahme im heurigen Dezember haben sich 461 Frauen und Männer beworben. Daraus wurden die besten 50 aufgenommen.
Mit dem neuen und unbürokratischen Bewerbungsverfahren will die Polizei Jobsuchenden der Weg zum Wunschberuf erleichtert. So wird auf der Homepage www.polizeikarriere.gv.at beispielsweise ein „One-Click-Bewerbungsverfahren“ und ein Selbsttest angeboten, um sich einen realistischen Einblick in das Auswahlverfahren zu verschaffen.
Zudem wurden die Kriterien für die Bewerbung angepasst, so sind beispielsweise seit heuer sichtbaren Tätowierungen erlaubt. Auch der Besitz einer Lenkberechtigung der Klasse B ist kein Aufnahmekriterium mehr, diese kann im Zuge der Grundausbildung erworben werden. Die erforderlichen Sport-Limits werden nicht mehr bei der Aufnahme, sondern später während der Grundausbildung im Zuge des Sportunterrichts nach eingehender Vorbereitung abgenommen.
K.O.-Faktor Rechtschreibung und Grammatik
Das Aufnahmeverfahren zu Polizeiausbildung besteht aus mehreren Modulen, welche bei negativem Abschluss innerhalb kurzer Zeit wiederholt werden können. Zudem werden individuelle Feedbacks über die Leistungen in der psychologischen Eignungsdiagnostik und dem Aufnahmegespräch angeboten. Bewerberinnen und Bewerber, die zuvor nicht erfolgreich waren, haben die Möglichkeit, an ihren individuellen Defiziten zu arbeiten, um sich mit besserer Vorbereitung erneut zu bewerben und ihre Chancen zu steigern. „Der weiterhin größte K.O.-Faktor beim Aufnahmetest“, so heißt es in einer Aussendung der Polizei Kärnten, „sind die Rechtschreibung und Grammatik“. Deshalb der Appell: Interessierte sollten sich vor dem Test selbst testen und ihre Kenntnisse in diesem Bereich verbessern, wenn es Mängel gibt.
Als zweiten Grund – neben der gelockerten Aufnahmekriterien – ortet die Landespolizeidirektion einen weiteren Grund für die stark steigenden Bewerberzahlen in der Werbekampagne „Ich kann’s werden“ des Bundesministeriums. Ziel sei es gewesen, Personen verschiedenster Gruppen anzusprechen, um die Reihen innerhalb der Polizei so vielfältig wie möglich zu gestalten.