Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Lebenserwartung sinktStarkes Plus: 90.000 Todesfälle in Österreich im Jahr 2020

Mehr als 90.000 Todesfälle im Vorjahr bedeuten um fast elf Prozent mehr als der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Lebenserwartung wurde um ein halbes Jahr reduziert.

© APA/Barbara Gindl
 

Die Corona-Pandemie hat den stärksten Rückgang der Lebenserwartung seit Beginn der Aufzeichnungen 1951 ausgelöst. Das geht aus von der Statistik Austria am Donnerstag veröffentlichten Zahlen hervor. Demnach sind im Vorjahr in Österreich 90.123 Menschen gestorben, so viele wie seit 1983 nicht mehr und um elf Prozent (rund 8.900) mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Lebenserwartung der Frauen ist um ein halbes Jahr gesunken, jene der Männer noch etwas stärker.

Die Lebenserwartung gibt an, wie lange ein neugeborenes Kind bei gleichbleibenden Sterberaten leben würde. Für Männer liegt sie nun bei 78,9 und für Frauen bei 83,7 Jahren. Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas geht aber davon aus, dass die Lebenserwartung nach der Bewältigung der Pandemie mittelfristig wieder auf den üblichen Wachstumstrend einschwenken wird. "Ähnliches zeigen die Erfahrungen aus stärkeren Grippejahren. Offen sind allerdings noch die möglichen Langfristfolgen überstandener Coronaerkrankungen", sagte Thomas in einer Aussendung.

Relative Vergleiche

Ein langfristiger Vergleich der Todesfalldaten ist schwierig, weil sich die Einwohnerzahl und die Altersstruktur der Bevölkerung über die Jahre verändern, wird seitens der Statistik Austria betont.

Freilich ist der für 2020 errechnete Knick deutlich größer als selbst in sehr starken Grippejahren üblich. Bei Frauen beträgt das Minus 0,5 und bei Männern 0,6 Jahre. Zum Vergleich: 2015 - auch damals gab es eine starke Grippewelle - lag der für Männer errechnete Rückgang bei 0,3 Jahren und für Frauen bei 0,1. Damit ist die Lebenserwartung, die normalerweise jedes Jahr leicht ansteigt, im Vorjahr so stark gesunken wie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951 nicht. Den bis dato stärksten Knick hatte es 1957 gegeben, als die errechnete Lebenserwartung der Männer um ein halbes Jahr sank.

Dieser deutliche Rückgang der Lebenserwartung spricht auch gegen die in der Corona-Debatte immer wieder gehörten Behauptung, der Erkrankung würden großteils Menschen zum Opfer fallen, die auch ohne die Pandemie gestorben wären. Dies gilt auch für die Todesfallstatistik: Ähnlich viele Todesfälle wie im Vorjahr gab es in Österreich zuletzt 1983. Damals starben 93.041 Menschen.

Ein langfristiger Vergleich der Todesfalldaten ist allerdings schwierig, weil sich die Einwohnerzahl und die Altersstruktur der Bevölkerung über die Jahre verändern. Daher vergleicht die Statistik Austria die Sterbefallzahlen 2020 mit jenen der fünf Jahre davor. Hier zeigt sich eine deutliche "Übersterblichkeit": mit 90.123 sind um fast elf Prozent mehr Menschen in Österreich gestorben als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Fast drei Viertel der zusätzlichen Todesfälle (6.312) standen laut den Zahlen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Zusammenhang mit einer Covid-Infektion.

Insgesamt sind seit Ausbruch der Pandemie 6826 Menschen in Österreich entweder direkt an den Folgen einer Covid-Erkrankung oder nach einer Covid-Infektion gestorben, davon 6312 im Jahr 2020. Gemessen an der Einwohnerzahl am stärksten betroffen ist die Steiermark mit 118 Corona-Toten pro 100.000 Einwohner, danach kommen Kärnten (97) und Oberösterreich (83). Am geringsten ist der Anteil in Niederösterreich und Vorarlberg mit je 59 Corona-Toten pro 100.000 Einwohner.

Auch das europäische Mortalitätsmonitoring Euromomo weist für Österreich seit Anfang November eine hohe bzw. sehr hohe Übersterblichkeit aus. Damit ist Österreich deutlich schlechter durch die zweite Infektionswelle im Herbst gekommen als durch die erste im Frühjahr. Damals hatte Euromomo für Österreich nur eine leichte Übersterblichkeit festgestellt.

Die von der Statistik Austria veröffentlichten Zahlen weisen ab Ende Oktober des Vorjahres eine "deutliche" Übersterblichkeit aus. In einzelnen Wochen starben um bis zu 60 Prozent mehr Menschen. Zuletzt ist die Übersterblichkeit wieder etwas gesunken: In der Woche vom 21. bis zum 27. Dezember starben 2.114 Personen - um 22 Prozent mehr als in den Vorjahren. In der Woche danach waren es 1.964 Sterbefälle - um 28 Prozent mehr als im Jahr 2015, in dem es zuletzt eine 53. Kalenderwoche gab.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (84)
Kommentieren
voit60
10
15
Lesenswert?

Gewaltiger Kollateralschaden

Mehr ist hier nicht zu sagen.

checker43
14
5
Lesenswert?

Das

sind keine Kollateraltoten.

ARadkohl
1
1
Lesenswert?

Doch sind sie.

- Alte Menschen die sich in der Einsamkeit aufgegeben haben.
- Suizide
- nicht behandelte Krankheiten
- Angst sich behandeln zu lassen
Und und und.

Ich bin der Meinung, die Kollateralschäden sind enorm!

Irgendeiner
14
10
Lesenswert?

Naja,tot ist tot,

und ein Studienabbrecher startet ins nächste Fiasko, weil er gewartet hat bis Bojo eine Pressekonferenz gab und es imagerelevant wurde,zumachen hilft nichts mehr wenn es schon da ist,aber naja,es kommt oder es kommt nicht und dann wars wieder das Ausland.Das sickert übrigens schon runter,am Semmering warens Migrationshintergrundler,weil ja Türken oder Syrer zum Schifahren kommen,die Österreicher interessieren sich doch nicht dafür,nicht, und alles brabbelt wasgrad durchs Kopferl geht,wie Basti.

Irgendeiner
5
3
Lesenswert?

Ach schon wieder Strichi,ich bin beglückt,

nur,die Evolution hat uns Artikulationsorgane mitgegeben, die solltma auch verwenden,ich mein schon weil soviele Theoretiker den Menschen über die Sprache definieren,sonst könnt man da rausfallen,man lacht.

Wendel1980
4
4
Lesenswert?

Tragisch.

Aber soll schon öfter vorgekommen sein. Ohne Lockdown und co.

https://sciencev1.orf.at/science/news/96097

Mein Graz
4
4
Lesenswert?

@Wendel1980

Gibts auch eine neuere Info?
Die stammt aus 2010, und das ist schon ein bissl lang her...

hbratschi
3
7
Lesenswert?

@meingraz

wendel zeigt ja nur, dass solche viren uns schon immer das leben ein bisserl erschwert haben. das einzige das heutzutage neu ist, ist, dass damals noch nicht auch 4 wochen vor dem tod positiv getestete als "daran verstorben" gezählt wurden. wenn das der fall gewesen wäre, hätten wir auch seinerzeit schon viel höhere sterbezahlen gehabt. unser umgang mit diesem virus ist schon ein wenig irrational geworden, das ist aber kein wunder, bei dem täglichen getrommel...

Mein Graz
5
2
Lesenswert?

@hbratschi

Auch wenn @Wendel1980 "nur" das aufzeigen will was du hier interpretierst ist die Info trotzdem schon 10 Jahre alt.

Inzwischen kann man sich gegen Grippe impfen lassen, und würden die Leute das tun würden die Schätzungen der Grippe-Toten wohl rapide sinken.

hbratschi
2
6
Lesenswert?

es werden immer...

...menschen an (mutierten) viren sterben, ob uns das gefällt oder nicht. folglich müssten wir uns in einen dauerhaften lockdown begeben. und das wär eine wirkliche katastrophe, die niemand ernsthaft wollen kann. so wie influenza es uns vormacht, wird auch covid 19 weiterhin jedes jahr opfer fordern. das liegt in der natur der sache und wir sollten lernen, das zu akzeptieren. abstand halten, hände waschen, wer will soll sich auch masken aufsetzen und/oder sich zu hause einsperren, aber das leben wie wir es kannten als auslaufmodell zu betrachten, ist nicht so wirklich meine vorstellung von leben...

VH7F
25
14
Lesenswert?

90.000 Verstorbene bei 8,9 Mio Einwohnern?

Wir werden alle 100?!

erstdenkendannsprechen
1
4
Lesenswert?

vlt

die altersverteilung ein bisschen berücksichtigen....

GordonKelz
0
4
Lesenswert?

Mein Vater sagte immer....Zuerst DENKEN..

..dann SPRECHEN....

Mein Graz
0
4
Lesenswert?

@GordonKelz

Das war der eine Spruch meiner Eltern.
Der andere war:
"Bei dir (gemeint waren immer wir Kinder) ist wieder einmal das Mundwerk schneller als das Hirn."

Carlo62
3
10
Lesenswert?

Rechnen bzw. Statistik ist nicht so Dein Ding,

oder?

poeseMiezekatz
21
19
Lesenswert?

nun wüsste ich gern,

wieviele Menschen tatsächlich an Covid verstarben,
wieviele Menschen an Covid-bedingten Therapieausfällen und -verschiebungen,
wieviele Menschen an Einsamkeit und
wieviele Menschen mehr durch Selbstmord verstarben.

Ich wüsste auch gern, ob es – wie man etwa in US-Statistiken bestaunen konnte – wundersame „Heilungen“ von Herz-Kreislauf-, Krebs-, Atemwegserkrankungen etc gab, die in etwa demselben Maße reduziert waren, in dem Covidtote aufschienen.

erstdenkendannsprechen
4
3
Lesenswert?

naja - 6.000 zumindest an covid,

ein paar dürfen sie abziehen, bei denen covid nicht ursächlich war, und ein paar müssen sie dazuzählen die an covid starben und nie getestet wurden.
ein problem für sie?

sinnerman
8
60
Lesenswert?

An und mit Corona Gestorbene...

sind nicht die einzigen Toten aufgrund der Pandemie. Die Leute scheuen in die Krankenhäuser oder zum Arzt zu gehen und gefährden dadurch ihre Gesundheit/ihr Leben auch.

Alleine dadurch gibt es mehr Tote, das musste ich leider auch in meinem Umfeld miterleben.

helmutmayr
11
15
Lesenswert?

Der Tod

auf der Warteliste hat unser System im Gesundheitswesen immer schon im Gleichgewicht gehalten. Gesagt hat es nur keiner. Und jetzt gilt es umso mehr. Genau müßte es es lauten: Verstorben mit und an Corona und gestorben wegen Corona-Nichtbehandlung. Wird wohl je 1/3 sein.

pianofisch
7
31
Lesenswert?

Gründe

6.500 Leute, die mit, an oder nach COVID verstorben sind, machen aber keine knapp 11% aus.
Was sind die anderen Hauptursachen.

UHBP
3
18
Lesenswert?

@pian...

Heuer sind rund 9000 Menschen mehr gestorben als die letzten Jahre. Davon kann man jetzt 6500 Corona zurechnen.
Die Coronatoten an den Gesamtverstorbenen machen rund 7% aus.

Irgendeiner
63
18
Lesenswert?

Aber nein, das ist sicher ein Irrtum,

wir sind vorne, ganz vorne und es ist nur eine Grippe, die Toten spiel nur neckisch verstecken und nach dem Vorgeplänkel fahrma jetzt in die Turborunde, denn wir wissen aus berufenem Plappermäulchen.,es kommt oder es kommt nicht und wir werden das Richtige tun nicht das Falsche und es werden Phrasen und Pressekonferenzen sein immerdar.

Irgendeiner
27
13
Lesenswert?

Ich seh wie die roten Striche steigen,das ist schön,

trotzdem ist eine edle Aufgabe was von seiner Sprachhemmung zu befreien,wir wollen doch eine Diskursfreudigkeit wieder herstellen und stille Wut schlägt nicht nur aufs Gemüt,kann auch wie jeder Stress Auswirkungen aufs Immunsystem haben, das gilt es zu hindern, wär ja gerade jetzt gefährlich.

Irgendeiner
19
7
Lesenswert?

Und außerdem protestiere ich,Hapi67 weiter unten hat schon mehr rote Striche als ich,

52 hat er ,ich nur 39,aber der leugnet nur die Gefährlichkeit von Corona,ich hab aber blasphemisch Basti gelästert und krieg weniger, Leistung muß sich doch wieder lohnen,wo bleibt da die Gerechtigkeit,man lacht Tränen.

wiesengasse10
3
9
Lesenswert?

Deine Freudentränen irgendeiner freuen auch mich...

Du brauchst sie so notwendig, ich gönn Sie dir sehr ! Magst noch a bissal was schreiben.....auch das hilft.

Irgendeiner
6
2
Lesenswert?

Ich wollt mich eigentlich zurückhalten,

aber jetzt wo Du mich so nett bittest,werd ich Deinen Wunsch wohl erfüllen und die Frequenz erhöhen.

 
Kommentare 1-26 von 84