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Kommissions-BerichtIschgler Bürgermeister verzögerte Einstellung des Skibetriebs

"Apres-Ski-Lokale hätten spätestens mit 9. März geschlossen werden müssen", so der Vorsitzender der unabhängigen Kommission, die den Corona-Hotspot Ischgl untersucht hatte. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe zudem Chaos gestiftet.

© Screenshot
 

Die Tiroler Wintersporthochburg Ischgl mutierte im Frühjahr binnen weniger Tage vom Tourismus- und Party-Hotspot zu einem der „Corona-Epizentren“ in Europa. Das Krisenmanagement Tirols geriet massiv ins Fadenkreuz. Inzwischen laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen und vier Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich.

Heute ist der vorläufige Höhepunkt der Causa: Die eingesetzte Expertenkommission stellt bei einer Pressekonferenz in Innsbruck ihren Bericht vor. Seit Anfang Juni hatte die sechsköpfige Kommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, Ronald Rohrer 53 Auskunftspersonen angehört.

Rohrer erklärt, dass spätesten am 9. März dem Land klar hätte sein müssen, dass Lokale, Gondeln und Skibusse Hauptorte der Ansteckung mit dem Coronavirus waren. Die Schließung von Lokalen sei aber erst mit 10., jene des Skibetriebs erst mit 12. März angeordnet wurden.

Das sei aus "epidemiologischer Sicht" falsch gewesen, so Rohrer bei der Vorstellung des Berichts in Innsbruck.

Zudem habe der Bürgermeister von Ischgl die Verordnung zur Einstellung des Skibetriebs erst am 14. März kundgemacht. Das sei ein Verstoß gegen die Tiroler Gemeindeordnung, so Rohrer - die Kommission habe das bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Entlastet wurde das Land Tirol bzw. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) in anderer Hinsicht: Sämtliche Entscheidungen der Verantwortlichen der zuständigen Bezirkshauptmannschaften und die jeweilige zeitliche Abfolge sowie die Vorgangsweise des Landeshauptmannes sei "aus eigenem Entschluss und ohne Druckausübung von dritter Seite erfolgt".

Kurz handelte eigenmächtig

Kritisch ordnet die Kommission auch die Rolle von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ein: Er habe die Quarantäne über das Paznauntal eigenmächtig - und, obwohl er nicht zuständig war - verkündet. Dadurch sei es zu panikartigen Reaktionen unter Urlaubern und Mitarbeitern in Ischgl gekommen. Mangels Vorbereitung mit den zuständigen Behörden sei die Abreise unkontrolliert und chaotisch erfolgt.

Die Tiroler NEOS pochen darauf, dass sich der Landtag in der nächsten Sitzung mit dem Bericht befassen soll. Das sei man den Bürgern schuldig, so Landessprecher Dominik Oberhofer. SPÖ-Chef Georg Dornauer wollte den Bericht erst in einem Sonderlandtag im November diskutieren. Die Tiroler FPÖ schoss sich bereits vor Bekanntwerden des Ergebnisses auf LH Platter ein.


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Kommentare (22)
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samro
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ich moechte

echt gern wissen wieviele heute schwer enttaeuscht sind.
ein user quaelt hier seit ischgl was wer wie warum und ueberhaupt die regierung falsch gemacht hat.
aber heute grad heute is der sowas von still. dabei war die regierung schon laengst vorveruteilt.
ja is wohl anders gekommen.

auer47
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Zu früh,zu spät

Im allgemeinen ist bis jetzt kritisiert worden, dass im Zusammenhang mir der Pandemie meistens zu spät reagiert wurde. Jetzt wirft man Kurz und der Bundesregierung vor, ZU FRÜH reagiert zu haben. Kenne sich aus , wer will, was jetzt wohl das Richtige wäre......

Ennstaler
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Im Nachhinein...

Ist man immer gescheiter... Da ist einiges total schief gelaufen, mit verheerenden Folgen- Konsequenzen müssen Folgen. Ich bin mir aber auch ziemlich sicher, dass auch die Wintertouristiker in unserer Region bis zum allerletzten Abdruck den Betrieb aufrecht erhalten hätten - mit großer Wahrscheinlichkeit mit Rückendeckung des Mehheitseigentümers der Planai Hochwurzen Bahnen. Die steirische "Backhendl Runde" hätte vermutlich ähnlich agiert. Das ging soweit, dass Gästen die Ischgl verlassen mussten, offensichtlich bei uns Quartiere angeboten wurden... Hauptsache der Rubel rennt.

janoschfreak
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Platter, Tilg & Co...

...müssen verabschiedet werden, daran führt kein Weg vorbei.
Die Tiroler Tourismuselite und ihr politischen Handlanger haben nachhaltigen Schaden und Scham über ganz Österreich gebracht.

beobachter2014
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Verblendet

Den notorischen Platter-, Tilg-.....hasser mag eine Expertenkommission sagen was sie will, sie behaupten immer stur: die "Tiroler Tourismuselite" muss weg ....
Oder liegt es an der Lesekompetenz?

janoschfreak
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Schon einmal...

...länger in Tirol gelebt?
Oder gar an der selbstherrlichen Platter-Tilg-Heimat-Inszenierung am 15. August 2020 teilgenommen?
Oder am Ende einer der armen Tiroler, die jetzt an allem Schuld sind?

hakre
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?

Wie hätte damals die jetzige Kommission gehandelt? Im Nachhinein etwas kritisieren ist halt sehr einfach!

helmutmayr
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Kurz hatte

in Sachen Corona immer ein nicht rechtskonformes Verständnis und dies auch öffentlich ausgesprochen: der Verfassungsgerichtshof könne ja nicht rechtskonforme Gesetze aufheben, denn da wird eh schon alles vorbei sein.
Schlicht und einfach geirrt.
Spannend bleibt es jedenfalls: Rechtswidrig und unzuständig eine Quarantäne aussprechen und so Panikabreisen auslösen die dem Ganzen einen besonderen Antrieb mengen- und flächenmäßig gab.
Dazu noch am Dauergscheiteln. Schlechte Gemengenlage.

georgXV
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???

und der total ÜBERFORDERTE und völlig UNFÄHIGE Gesundheitslandesrat ist (LEIDER) noch immer "im Amt".

GanzObjektivGesehen
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Ganz logisch ist das nicht:

Wenn man vermutet hat das sich ein hochansteckendes Virus in einer Ortschaft ausbreitet, dann muss man diesen unter Quarantäne stellen.
Ohne Ankündigungen. Da hätte Tirol lange vor dem Bund reagieren sollen. Und die Abreise verhindern oder bis nach einer medizinischen Untersuchung verzögern.
Das ist offensichtlich aus wirtschaftlichen Gründen nicht gestehen....

Mein Graz
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@GanzObjektivGesehen

Eine Quarantäne ist unumgänglich gewesen.
Allerdings sollten da Vorbereitungen getroffen werden, etwa Straßensperren, dass niemand abreisen kann, Wachposten sollten verstärkt werden usw.
Wenn eine Quarantäne spontan und ohne Vorbereitungen vor Ort angeordnet wird MUSS das zu Chaos führen!

GanzObjektivGesehen
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Vorbereiten natürlich. Aber nicht ankündigen.

Ich kann mich noch an Bilder erinnern, in denen Privatfahrzeuge und Busse an “Kontrollpunkten/Sperren” mehr oder weniger unbehelligt durchgefahren sind.
Ist nun ohnehin nicht mehr zu ändern. Daher sollte man am besten die Verurteilung- und Bestrafungsphase schnell abhaken und aus den gewonnenen Erfahrungen funktionierende Antworten auf eine solche Situation suchen.
Wenn fahrlässig oder grob fahrlässig gehandelt wurde muss man der Sache natürlich nachgehen, sonst bitte den Blick nach vorne richten.

kleinalm
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Jojo....

die gscheite Kommission!

Mein Graz
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@kleinalm

Was passt dir beim Ergebnis nicht?
Ists vielleicht zu nahe an der Wahrheit?

metropole
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Kurz

Bin neugierig wie Messias Kurz sein eignmächtiges Handeln erklären wird.sicherlich ist er sich keiner schuld bewußt..Fehler machen bei ihm immer die anderen ..

peter80
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..

Na was genau war den auch Falsch?.. Zu dem Zeitpunkt unter den Umständen wurde überall in Europa beim Auftreten solcher hotspots Qurantäne angeordnet... Aber man hätte auch sagen können liebe urlauber fahrts erst in 2 wochen heim und verteilts es brav in Europa.... Na logisch waren die Angepisst.. . Also was jetzt wäre richtig gewesen? Wichtig war es is was passiert.. Und net wie in Österreich typisch nix und zu tode gelabert und Diskutiert!!

Mein Graz
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@peter80

Bei der damaligen Vorgehensweise sind Infizierte einfach losgefahren (weil keinerlei Maßnahmen gesetzt wurden) und haben so das Virus in die Heimatländer gebracht.

Wären die Urlauber geblieben hätten sie behandelt werden und gesund nach Hause fahren können.

Mein Graz
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@metropole

Er ist sicherlich nur falsch verstanden worden.
Und hat doch sooo nieee gesagt...

Reipsi
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Der Andreas Hofer

wor a so stur wies heute san, i moch wos i wüll.

satiricus
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Die Wahl in Wien ist vorbei und ...

... nun darf der Expertenbericht veröffentlicht werden - er wird für die türkis-schwarze Politiker- und Adlerrunde wohl nicht allzu rosig ausfallen.....

Reipsi
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Was hat Tirol

mit Wien zutun, gornix .

Mein Graz
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@Reipsi

Wäre das Ergebnis vor der Wien-Wahl bekannt geworden, vielleicht hätte sich mancher erzürnte Wähler umentschieden und die Türkisen nicht gewählt...

Und was hat Kurz mit Tirol zu tun? Er hat ohne Zuständigkeit eigenmächtig gehandelt und Chaos verursacht.