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Laut BerichtIschgl-Cluster: Land Tirol soll früher davon gewusst haben

Das Land Tirol habe die Ausbreitung des Coronavirus wissentlich beschönigt. Das Land Tirol wies die Vorwürfe am Freitag erneut zurück.

CORONAVIRUS: TIROLER QUARANTAeNEGEBIETE WIEDER FREI
© APA/EXPA/JOHANN GRODER
 

Der Tiroler Wintersportort Ischgl kommt auch über ein halbes Jahr nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie nicht zur Ruhe. Die Frage, wer zu welchem Zeitpunkt über das Ausmaß der Virusverbreitung informiert gewesen sein soll, treiben Medien und Politik nach wie vor um. Recherchen der "ZiB2" und des "profil" sollen nun zeigen, dass die Tiroler Behörden über die Tragweite des Problems bereits früher als angenommen informiert waren. Das Land wies dies scharf zurück.

In den Berichten werden drei Beispiele herangezogen, die Informationen dafür stammen aus Akten, Mails und Krisenstabprotokollen. Am 5. März erfuhren die Behörden, dass 14 isländische Gäste nach ihrer Heimkehr positiv auf das Virus getestet worden sind. Der Bezirkshauptmann sei per Mail darüber informiert worden, dass die Isländer mit zwei Flugzeugen an zwei unterschiedlichen Tagen abgereist sind. Kurz darauf wurde eine Presseaussendung veröffentlicht, in der davon gesprochen wurde, dass die Ansteckung vermutlich im Flugzeug erfolgt sei - obwohl die Gäste in zwei Flugzeugen waren. Landecks Bezirkshauptmann Markus Maaß schrieb laut den Berichten in einem Mail an Landesamtsdirektor Herbert Forster: "Damit hätten wir Ischgl vorerst aus dem Schussfeld".

Weiters wurde ein Sitzungsprotokoll zu den Fällen in der Apres-Ski-Bar "Kitzloch" vom 8. März herangezogen. Ein Barkeeper war zuvor positiv getestet worden. Aus den Protokollen sei hervorgegangen, dass die Landessanitätsdirektion auf ein "hohes Risiko" verwiesen hatte, das vom Barkeeper ausging sowie dass wahrscheinlich "viele Krankheitsfälle" in Zusammenhang mit der Bar zu erwarten seien. Am gleichen Tag teilte das Land unter Berufung auf die Landessanitätsdirektion mit, dass eine Übertragung des Coronavirus auf Gäste der Bar aus medizinischer Sicht "unwahrscheinlich" sei.

Ein weiterer Fall bezog sich auf den Ischgler Bürgermeister Werner Kurz, gegen den die Staatsanwaltschaft Innsbruck in der Causa bereits ermittelt. Er habe die Verordnung zur Liftsperre nicht wie vorgesehen am 12. März, sondern erst am 14. März angeschlagen. Dies widerspreche aber der Tiroler Gemeindeordnung. Kurz soll sich verteidigt haben, indem er angab, dass die Bezirkshauptmannschaft aufgrund einer Ankündigung des Landeshauptmanns ihm diese Vorgangsweise so kommuniziert habe.

ZIB 2 - Ischgl: Behörden beschönigten Corona-Gefahr

Vorwürfe zurückgewiesen

Das Land wies am Freitag gegenüber der APA die erhobenen Vorwürfe erneut zurück. Hinsichtlich der Ansteckung im Flugzeug hieß es, dass die damalige Einschätzung gewesen sei, "dass die Infektionen aufgrund von vorliegenden Informationen aus Island und vorgegebenen Falldefinitionen auch im Flugzeug erfolgt sein könnten". Die isländischen Gäste hätten in einem Mail an den Bezirkshauptmann zudem davon berichtet, dass eine Infektion im Flugzeug passiert sein könnte.

Tags darauf, am 9. März, sei eine Aussendung veröffentlicht worden, in der ein Zusammenhang zwischen dem Kitzloch und der Reisegruppe nicht ausgeschlossen wurde. Außerdem habe das Land am selben Tag einen öffentlichen Aufruf gestartet, dass sich Gäste des Kitzloch bei Symptomen an die Gesundheitshotline wenden sollen und über Fälle in der Bar informiert. Die Bar wurde am 9. März behördlich gesperrt, am 10. März wurden alle Apres-Ski-Bars in Ischgl geschlossen. Bezüglich des Anschlags der Verordnung an der Ischgler Gemeindetafel über die Sperre der Skilifte wies das Land darauf hin, dass dies "ausschließlich im Aufgabenbereich der Gemeinde" liege.

NEOS: Gefahr wurde heruntergespielt

NEOS Rechnungshofsprecher Douglas Hoyos zeigt sich rund um die neu aufgetauchten Dokumente in der Causa Ischgl alarmiert aber nicht überrascht: "Auch den NEOS liegen Tausende Seiten Akten, Mails und Krisenstabs-Protokolle in der Causa Ischgl vor. Diese zeigen, dass das Land Tirol Anfang März die Virusausbreitung in Ischgl bewusst beschönigt und heruntergespielt hat. NEOS fordern daher von Bundeskanzler Sebastian Kurz eine lückenlose Aufklärung, sowie volle Transparenz und gegebenfalls persönliche Konsequenzen vom zustängigen Landeshauptmann Günther Platter.


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Kommentare (11)
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No-samro
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Saaaammmmrrrooooo, Laaaangsaaaamdenker, Balrog, feringo usw. - wo seid ihr??!!!

Wieso lesen wir nichts von Euch? Noch nicht so lange her, wo ihr den Kurs der Verantwortlichen für absolut richtig betitelt und die Schuld auf die Gäste geschoben habt, die sich ja nicht richtig informiert haben, da ja jeder Gast aus Island und den andere 45 Ländern sich vorher informieren hätte müssen. Einfach nur lachhaft Eure Argumente.
Wie sagt Samro immer:" kotz, kotz, kotz."
Ja richtig, war hier abgegangen ist, ist zum Kotzen!

gmirakel
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Cluster?

Es ist widerlich, welche politischen Cluster sich auftun. Lieber HBP wir müssen feststellen, dass wir leider so sind!

fersler
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Hr. Kurz

war zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich gerade beim Oberexperten Netanjahu und hat sich dessen Ratschläge, worauf sich der BK ja immer wieder bezogen hat, eingeholt.

100Hallo
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Wahrheit

Ist das Virus nun von Ischgl ausgegangen, war vorher schon in Italien. Wurde Italien schon geklagt?

100Hallo
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freie Meinung

Ist das Virus nun Eurer Meinung in Ischgl erzeugt worden. Ich bin der Meinung es kam aus China.

No-samro
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@100Hallo, diese "Masche" kauft Euch niemand mehr ab!

Schaun ma mal, wie die Gerichte entscheiden und wie viel von UNSEREM Steuergeld an Schadenersatz und Strafe gezahlt werden muss.

100Hallo
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Wahrheit

Wenn die Gerichte entscheiden ist es zu spät. Jetzt müssen die Grenzen gesperrt werden um weitere Klagen zu verhindern. Aber die österreichischen Politiker lassen es zu dass die Wirtschaft zu Grunde gerichtet wird und sagen noch danke.

mobile49
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owa geh!

das kann ich mir nicht vorstellen, wo doch die tiroler nichts, aber schon gar nichts - nie und nimmer - falsch gemacht hatten?
oder hatten sie doch?
etwas - vieles- alles falschgemacht ?

UHBP
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NEOS fordern daher von Bundeskanzler Sebastian Kurz eine lückenlose Aufklärung ...

Der war gut! ;-))
Kurz ist wieder einmal untergetaucht. Schließlich wird gegen seine Ex-Vize-Parteichefin ermittelt.
PS: Der FPÖ Mann Sidlo, wurde wegen den selben Vorwürfen umgehend aus dem Casino-Vorstand entfernt. Bei der ÖVP Frau ist das natürlich was ganz Anderes. Bei der ÖVP ist das wahrscheinlich ein ganz normaler Geschäftsfall - wie Schreddern unter falschen Namen und nicht bezahlen.
Und die Medien haben Kurz dazu sicher schon befragt, oder doch nicht?
So stellt man sich eine unabhängige Presse vor!

voit60
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Ist ein Schwarzer schon jemals zurück getreten?

Das Schredderbürscherl wurde sogar noch beruflich in eine höhere Position beim Kurz geholt.

UHBP
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@voit...

In der ÖVP zählt persönlicher Einsatz halt noch etwas ;-))