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"Taten statt Worte"Prominente Künstler demonstrierten in Wien

Rund 150 Unterstützer aus der Kulturbranche haben sich am Freitag am Maria-Theresien-Platz in Wien zur Demonstration "Taten statt Worte" eingefunden.

Auch Josef Hader war bei der Demo zugegen
Auch Josef Hader war bei der Demo zugegen © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die Künstlerinnen und Künstler haben es derzeit schwer. Nicht nur, dass ihre Profession von der Coronakrise besonders getroffen ist, auch das Wetter scheint sich gegen die Kulturschaffenden verschworen zu haben: Ein heftiger Platzregen stemmte sich Freitagabend gegen die Demonstration "Taten statt Worte", zu der sich rund 150 Unterstützer am Maria-Theresien-Platz in Wien eingefunden hatten.

Mit dem Sprechchor "Egal welches Wetter, egal welches Land, Kunst und Kultur sind systemrelevant" stemmte man sich gegen die Springfluten, wobei zahlreiche Prominente die dritte Demonstration für die Anliegen der Künstler unterstützten. Kabarettist Josef Hader unterstrich etwa, dass er anstelle all jener auf der Bühne stehe, die schon seit Wochen auf ihr Geld aus den angekündigten Unterstützungsfonds warteten: "Es scheint so, dass sich ein gewisser Geist der österreichisch-ungarischen Monarchie bei uns in der Bürokratie festgesetzt hätte."

Obonya über Lunacek: "Falsche Frau am falschen Platz"

"Ich stehe hier aus Solidaritätsgründen mit jüngeren Kollegen", machte auch Schauspielstar Cornelius Obonya in seiner Rede deutlich, der zugleich unter Buhs aus dem Publikum die jüngst zurückgetretene Grünen-Kulturstaatssekretärin verteidigte: "Ich möchte eine Lanze für Ulrike Lunacek brechen. Sie war nicht an allem Schuld. Sie war die falsche Frau am falschen Platz." Lunacek sei aber eine renommierte Frauenrechtlerin und Europapolitikerin, bei der es schade wäre, wenn sie gänzlich aus der österreichischen Politik verschwinde. Nachfolgerin Andrea Mayer sei nun eine Frau, die sich mit der Materie auskenne. Aber: "Es darf nicht sein, dass wir von solchen Glücksfällen abhängig sind", unterstrich Obonya seine Forderung nach einem eigenen Kulturministerium.

In dieselbe Kerbe schlug auch Schauspielkollegin Andrea Eckert. Zugleich gelte nun, dass die Zeit des kommunikationslosen Schweigens vonseiten der Politik vorbei sei. Und der Grund dafür stehe außer Zweifel: "Wenn sich etwas verändert und wenn sich etwas bewegt, dann sind es wir, die das verändert haben."

Auch die Autorin und einstige Russlandkorrespondentin Susanne Scholl reihte sich in diesen vorsichtig optimistischen Chor ein: "Es ist eigentlich so, dass wir viel erreicht haben in den vergangenen vier Wochen. Es ist langsam ins öffentliche Bewusstsein gesickert, dass Kunst und Kultur systemrelevant ist." Für das Geld sei aber nun einmal Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) verantwortlich: "Und der hat es nicht so mit den Nullen, wie wir wissen."

Gänzlich beglückt von dem Abend zeigte sich indes Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren: "Wenn ich mir etwas hätte wünschen können zu meinem heutigen Geburtstag, dann ist es eine Kunst- und Kulturdemonstration." Wunsch erfüllt.


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Kommentare (11)

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limbo17
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Frei nach einem bekannten

Österreicher!
Was ist deren Leistung???
Für was soll es Geld geben?
Weil einer Blut verspritzt?
Weil einer seine Notdurft auf einer Leinwand verrichtet?
Die bekommen schon genug!
Und jetzt los mit Daumen runter!

crawler
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Es ist wie bei der Wirtschaft.

Diejenigen, die die höchsten Gewinne machen, bzw. die besten Gagen bekommen, sind die ersten die sich hinstellen und für nicht Geleistetes fordern.

carpe diem
3
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Sie wissen, wer in dieser Branche gut verdient und wer nicht?

Oder macht es einfach Spaß, schnell mal zu sudern? Sinnerfassendes Lesen ist halt nicht so einfach (... dass er anstelle all jener auf der Bühne stehe, die schon seit Wochen auf ihr Geld aus den angekündigten Unterstützungsfonds warteten) , und wenn er sich für seine Kollegen einsetzt, die jetzt auf der Strecke bleiben, dann ist das wohl eher zu loben als zu verurteilen.

Isidor9
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Hilflose Kanzler

Gemessen an ihrer eigenen Selbsteinschätzung wären die Künstler wohl die wichtigsten Systemerhalter der Gesellschaftl. Dem ist aber nicht so. Jede Billaverkäuferin, jeder Arzt und Krankenpfleger, jede Friseurin oder Fusspflegerin ist wichtiger,not -wendiger ,also die Not abwenden, als irgend ein Mime oder Maler oder Tänzer.

carpe diem
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Wie schön, das eine gegen das andere auszuspielen.

Eine Lieblingsbeschäftigung vieler Österreicher.

hkgerhard
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Allein aufgrund der Postings

glaube ich dass wir Kunst und Kultur dringend brauchen.

Isidor9
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Typisch paternalistisch

Wunderbares Beispiel für die Selbstgerechtigkeit und das Oberlehrerhafte so mancher "Künstler"

Plantago
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um mit Brecht zu sprechen:

Zuerst kommt das Fressen, dann kommt die Moral, - wie sie uns von der Kabarettbühne herunter vermittelt werden soll.

Pelikan22
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Wo haben denn die nicht so bekannten Künstler demonstriert?

In Cannes, in Monaco oder gar in Las Vegas?

Mezgolits
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Die Künstlerinnen und Künstler haben es

derzeit schwer. - Jawohl, das meine ich auch:
Bei dieser politischen Konkurrenz.
Erfinder Mezgolits Draßburg

Pelikan22
2
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Ich weiß schon, was der Obonja zum Herrn Blümel sagt!

Tati, i brauch mehr Geld!