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Österreich-ÜberblickAbgeriegelter Arlberg, erkrankte Ärzte und Rückreise-Chaos

Wo steht Österreich in der Coronakrise? Ein Überblick über die verschiedenen Problembereiche und Ereignisse im Land.

CORONAVIRUS: VORARLBERGER ARLBERGREGION UNTER QUARANTAeNE
© APA/STIPLOVSEK DIETMAR
 
  • Wegen der Ausbreitung des Coronavirus ist am Dienstag die Vorarlberger Arlbergregion unter Quarantäne gestellt worden. Betroffen waren die Gemeinden Lech, Klösterle, Warth und Schröcken. Im Wiener AKH erkrankten indes zwei Ärzte an Covid-19, 135 Kollegen werden nun getestet. Schwierigkeiten gab es weiterhin für gestrandete Touristen im Ausland und bei der Ausreise von Ausländern aus Österreich.

 

  • Das Gesundheitsministerium meldete am Nachmittag mehr als 1.300 bestätigte Krankheitsfälle. In Wien wurde der Tod einer 48 Jahre alten Frau bekannt, die in der Nacht auf Sonntag in Heimquarantäne verstorben war und positiv auf Covid-19 getestet wurde. Die Verstorbene wäre damit das vierte österreichische Todesopfer der Pandemie, das genaue Obduktionsergebnis zur Todesursache war aber noch ausständig.

 

  • Die Vorarlberger Gesundheitsbehörden stellten die gesamte Arlbergregion im Bundesland unter Quarantäne. In den betroffenen Gemeinden gab es bisher nur in Lech bestätigte Fälle, dort allerdings fünf an einem Tag. In Tirol wurde inzwischen immer schärfere Kritik am Vorgehen der Gesundheitsbehörden laut. Diese wiederum wiesen jeden Fehler zurück.

 

  • Im Wiener Allgemeinen Krankenhaus galten - nach der positiven Testung von zwei Anästhesie-Ärzten auf SARS-CoV-2 - nun insgesamt 135 Personen als mögliche Verdachtsfälle. Laut Wiener Krankenanstaltenverbund handelt es sich um 85 Mediziner und 50 Pflegepersonen, bei denen eine Abklärung erfolgen muss. Die erkrankten Mediziner hatten am vorvergangenen Wochenende an einem Ärztekongress in Zürs am Arlberg teilgenommen und dürften sich dabei infiziert haben.

 

  • In Wien standen bereits mehr als 100 Ärzte unter Quarantäne. Neben den Fällen im AKH waren bereits 90 Mitarbeiter der Rudolfstiftung betroffen, im Donauspital (SMZ Ost) war eine ganze Abteilung gesperrt. Auch in anderen Bundesländern gab es Probleme für das Gesundheitspersonal: In Salzburg wurde eine Ärztin am Uniklinikum positiv getestet, in Waidhofen an der Thaya war eine Führungskraft des Klinikums betroffen und aus dem Burgenland wurden knapp 30 Spitalsmitarbeiter in Quarantäne gemeldet. Dazu kamen einige in Kärnten. Unterdessen wird dringend benötigte Schutzausrüstungen in den Spitälern zusehends knapp. Das räumte Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres am Abend ein. Lkw-Lieferungen mit Schutzmaterial hingen an der deutsch-österreichischen Grenze fest. Laut Szekeres handelt es sich um "bezahlte Ware".

 

  • Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) korrigierte am Nachmittag die Zahl der wegen der Coronavirus-Pandemie im Ausland festsitzenden Österreicher nach oben. 47.000 Österreicher seien noch "über den ganzen Globus verstreut", sagte er. Der Minister deutete an, dass sich noch mehr Touristen melden könnten. Es handle sich um die größte Rückholaktion in der Geschichte.

 

  • Eine Grenzsperre durch die ungarischen Behörden brachte zudem Probleme beim burgenländischen Grenzübergang Nickelsdorf. Auf der Ostautobahn (A4) kam es zu einem insgesamt mehr als 30 Kilometer langen Stau. Ab 21.00 Uhr sollte die Grenze kurzfristig geöffnet werden. Rumänische und bulgarische Staatsbürger dürfen dann für einige Stunden Richtung ihrer Heimat weiterreisen.

 

  • Das Bundesheer wird im Kampf gegen das Coronavirus mit Mai mehrere Tausend Milizsoldaten mobilisieren, kündigte Verteidigungsministerin Claudia Tanner (ÖVP) an. Sie bat, "von Panikmache und Fake News Abstand zu nehmen". Eine etwaige Einberufung erfolge wie üblich über Einberufungsbefehl oder per Rundfunk. In den kommenden Tagen soll das Bundesheer zudem die Überwachung von Botschaften übernehmen, um die Polizisten für andere Aufgaben freizustellen. Auch bei den Rückholaktionen sei das Bundesheer beteiligt. Interesse am freiwilligen Zivildienst haben bisher 2.500 Ex-Zivildiener gemeldet.

 

  • Weltweit waren bis Dienstagabend rund 195.000 Covid-19-Krankheitsfälle bekannt, 81.000 davon in China. Mehr als 7.800 Menschen starben bisher an dem Virus, ging aus der Statistik der Johns Hopkins Universität im US-Bundesstaat Maryland hervor. Aus Italien wurden am Dienstag 2.503 Todesfälle gemeldet, das waren 345 mehr als am Vortag. Die Zahl der Infizierten erhöhte sich um 2.989 Personen auf 26.062. Auch in Spanien stieg die Zahl der Infektionen weiter drastisch an: Binnen eines Tages wurden fast 2.000 neue Fälle gezählt.

 

  1. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief die Länder Europas zu "kühnsten" Schritten auf, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Europa sei das "Epizentrum" der Pandemie, sagte der regionale WHO-Chef Hans Kluge. Die europäischen Staats- und Regierungschefs stimmten bei einem Sondergipfel am Abend einer Schließung der EU-Außengrenzen zu. Die für diesen Sommer geplante Fußball-EM wurde unterdessen wegen der Coronavirus-Pandemie auf das Jahr 2021 verschoben.


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