Das Coronavirus hat die Welt des Konsums, wie wir sie kannten, innerhalb weniger Tage komplett auf den Kopf gestellt. Der Gang zum nächsten Supermarkt ist zum Glück noch ohne Einschränkungen möglich, auch Apotheken und andere wichtige Nahversorger bleiben geöffnet. Doch die meisten Geschäfte werden noch für Wochen keinen einzigen Kunden im Haus haben. Händler bleiben auf ihren Waren sitzen, während die Nachfrage durchaus vorhanden ist.

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Das große Geschäft in der Krise wittern unterdessen die Versandriesen Amazon & Co., sie liefern die online bestellte Ware frei Haus. Doch davon haben die heimischen Produzenten nichts, die Wertschöpfung geschieht ganz wo anders.

Schwarzes Brett

Wir haben daher eine Initiative gestartet, die heimische Unternehmer mit ihren Kunden zusammenbringen soll. Unter dem Motto #wirstehenzusammen hängt die Kleine Zeitung ab sofort ein „Schwarzes Brett“ in ihre digitale Auslage. Damit soll den vielen tüchtigen Händlern, Produzenten, Direktvermarktern und Dienstleistern in der Steiermark und Kärnten ein wenig Hoffnung in wirtschaftlich düsteren Zeiten gemacht werden.

Leitartikel von Hubert Patterer

Und so funktioniert der neue Marktplatz: Unter diesem Link können die Verkäufer ein Online-Formular ausfüllen. Darin beschreiben sie kurz ihr Angebot und wie die Zustellungs- und Zahlungsmodalitäten ablaufen. Wichtig: Es muss die Möglichkeit einer Zustellung oder der kontaktlosen Selbstabholung gegeben sein. Das Eintragen in die Liste ist kostenlos, die Logistik obliegt komplett dem Händler, wir bringen ihn nur mit unserer Leserfamilie zusammen.

Erste Anbieter schon online

Schon kurze Zeit, nachdem wir gestern auf unseren digitalen Plattformen zum Mitmachen aufgerufen hatten, trugen sich die Firmen aus der Steiermark und Kärnten ein. Eine davon ist der bäuerliche Direktvermarkter „Mantscha Müch“. „Da jetzt die Schulen und Kindergärten praktisch geschlossen sind, bleiben wir auf zwei Drittel unserer Ware sitzen“, schildert Manuela Gschier. Neben der treuen Stammkundschaft hofft sie auf Neukunden, die ihren Selbstbedienungs-Kühlschrank entdecken.

Auch Bäckereien und Fleischereien stellen ihre Vertriebswege auf kontaktlose Selbstabholung um, Radboten strampeln im Dienste von Restaurants, Apotheken oder Fair-Trade-Shops. Andere, wie die Villacher „Kaffeemacher“, bringen ihre Röstungen mit eigenem Lieferdienst bis vor die Haustüre. Mit Webcam und Internet lässt sich aber auch Fitnesstraining bequem ins eigene Wohnzimmer übertragen, wie es die Firma Thor aus Klagenfurt anbietet.

Wir hoffen, dass unser Marktplatz Unternehmer zu noch mehr Kreativität anspornt und unsere Leser zum Einkaufen in ihrer Region animiert.