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Unglück am Lago MaggioreLaut Richter keine Beweise gegen den Seilbahn-Direktor

Inzwischen besserte sich der Zustand des einzigen Überlebenden des Unglücks, einem fünfjährigen Buben aus Israel.

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Die Ermittler an der Absturzstelle in Norditalien © AFP
 

Nach dem Seilbahnunglück am Lago Maggiore mit 14 Todesopfern vergangene Woche ist es bei den Ermittlungen zu einer überraschenden Wende gekommen. Laut einer Untersuchungsrichterin in der norditalienischen Stadt Verbania bestehen keine Schuldbeweise gegen den Besitzer der Seilbahnanlage "Ferrovie del Mottarone" und gegen den Direktor, die am Mittwoch zusammen mit dem Einsatzleiter festgenommen worden waren.

"Solide Beweise" würden fehlen

Laut der Untersuchungsrichterin würde es an soliden Beweisen gegen den Seilbahn-Besitzer und den Direktor fehlen, wie die Vernehmung der beiden Männer am Samstag bewiesen hätte. Die beiden kamen in der Nacht auf Sonntag wieder frei. Der Einsatzleiter wurde unter Hausarrest gestellt.

Das tödliche Seilbahnunglück am Lago Maggiore ist offenbar durch die absichtliche Abschaltung eines Sicherheitssystems verursacht worden. Die Bremsvorrichtung war Medienberichten zufolge bereits seit dem 26. April, dem Tag der Wiederaufnahme des Seilbahnbetriebs, wegen eines technischen Problems außer Betrieb. Bei dem Unglück starben Familien, junge Paare und zwei Kinder.

"Nichts gewusst"

"Ich bin froh, zu meiner Familie zurückzukehren, aber ich bin verzweifelt wegen der 14 Todesopfer", sagte der Betriebsdirektor beim Verlassen des Gefängnisses von Verbania. Er habe über die Aussetzung der Notbremse nichts gewusst. "Ich hätte diesen Beschluss nie genehmigt", versicherte er.

Der Seilbahn-Einsatzleiter gestand seine Verantwortung ein. Er habe nie gedacht, dass es zu einem Kabelriss kommen würde. "Ich bin kein Krimineller. Ich hätte keine Menschen in die Kabine einsteigen lassen, wenn ich gedacht hätte, dass das Seil reißen würde", sagte der Mann, der seit 38 Jahren für die Seilbahngesellschaft "Ferrovie del Mottarone" arbeitet.

In den kommenden Tagen wird die Inspektion durch einen Berater der Staatsanwaltschaft von Verbania am Unfallort beginnen. Die Arbeit des Beraters konzentriert sich auf das gerissene Zugseil, um die Ursachen des Bruchs zu prüfen. Der Anwalt des angeklagten Einsatzleiters ist bereit, seine eigenen technischen Berater zu ernennen.

Fünfjähriger fragt nach Eltern

Inzwischen besserte sich der Zustand des einzigen Überlebenden des Unglücks, einem fünfjährigen Buben aus Israel. Das Kind erwachte vom Koma. "Er fragt nach seinen Eltern, seine Tante und seine Großmutter bleiben immer in seiner Nähe", teilten die Ärzte mit. Das Kind wird noch einige Tage auf der Intensivstation bleiben müssen. Die Stadt Pavia, in der die bei der Seilbahnkatastrophe verunglückten Eltern des Buben lebten, starteten eine Spendensammlung für den Buben.

Kommentare (3)
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47er
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Urteil - Kaprun II,

der illegale Heizkörper hat sich selbst installiert.
Und hier hat sich die Notbremse verkehrt aktiviert, in Fahrtrichtung so gebremst, dass das Zugseil riss?

GordonKelz
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Hätte die Person nie so heftig gewürgt, wenn

ich gewusst hätte, das ich sie damit töte.....
So eine Schwafelei....
Gordon

Amadeus005
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Ich wäre nie mit 80 durch’s Ortagebiet gefahren, wenn ich gewusst hätte …

… natürlich haben Sicherheitsmaßnahmen Sinn. Nicht um 10% der Fälle abzudecken, sondern um die 0.001% der Fälle abzudecken.
So wie im Ortsgebiet meist nix passiert, wenn man schneller ist, kann genau das eine Mal jemand am Zebrastreifen über die Straße gehen und dann ist das Auto schneller als man es sehen kann und leider schneller als der Bremsweg.