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Über 100 TodesopferTragödie von Beirut: 2750 Tonnen Ammoniumnitrat detoniert

Im Libanon wird nach der Ursache für die Detonationen in der Hauptstadt Beirut vom Dienstag mit knapp 100 Toten und 4000 Verletzten gesucht. Laut Premier Hassan Diab könnten die Explosionen von einer großen Menge Ammoniumnitrat, die Rede ist von über 2700 Tonnen, ausgelöst worden sein. Die Substanz sei jahrelang ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden.

© (c) AFP (-)
 

Nach den verheerenden Explosionen mit mehr als 100 Toten und rund 4000 Verletzten in Beirut geht die Suche nach der Ursache weiter. Laut den libanesischen Behörden waren am Dienstag 2750 Tonnen Ammoniumnitrat detoniert, das seit sechs Jahren ohne Vorsichtsmaßnahmen in einem Lagerhaus untergebracht war. Weshalb die Substanz explodierte, ist bisher völlig unklar.

Ammoniumnitrat ist ein starkes Oxidationsmittel, das zur Herstellung von Düngemittel, aber auch von Sprengsätzen verwendet wird. Unter normalen Lagerbedingungen und bei mäßigen Temperaturen entzünde sich Ammoniumnitrat nur schwer, erläutert die Chemie-Expertin Jimmie Oxley von der Universität in Rhode Island. Auf Videos der Explosionen in Beirut sei zunächst schwarzer, dann roter Rauch zu sehen. "Ich gehe davon aus, dass es eine kleine Explosion gab, die die Reaktion des Ammoniumnitrats auslöste - ob diese kleine Explosion ein Unfall war oder beabsichtigt, weiß ich nicht", sagt Oxley.

Libanon: Beirut von Explosionen erschüttert

Zwei gigantische Explosionen erschütterten am Dienstagnachmittag die libanesische Hauptstadt Beirut.

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Dutzende Tote und Tausende Verletzte sind zu beklagen.

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Ein Sprengstofflager im Hafen der Stadt ist explodiert. Die Hintergründe waren in den ersten Stunden nach den Detonationen noch unklar.

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Normalerweise wird die Chemikalie unter strengen Bedingungen gelagert: So muss sie etwa von Brennstoffen und Wärmequellen ferngehalten werden. In vielen EU-Ländern muss Ammoniumnitrat zudem mit Kalk versetzt werden, um es sicherer zu machen. Das geruchlose Salz war in den vergangenen Jahrzehnten bereits für zahlreiche Explosionen verantwortlich - bei Unfällen und Anschlägen.

Nicht das erste Unglück

So wurden 1921 bei einem Unfall in einer Chemiefabrik des deutschen Unternehmens BASF in Oppau 561 Menschen getötet. Der Attentäter des Anschlags in Oklahoma City 1995 mit 168 Toten verwendete beim Bau der Bombe zwei Tonnen der Substanz. In einer Chemiefabrik im französischen Toulouse kamen bei der Explosion von rund 300 Tonnen Ammoniumnitrat 2001 insgesamt 31 Menschen ums Leben. Auch bei einer Explosion in einer Düngemittelfabrik in Texas starben im Jahr 2013 15 Menschen.

Schweres Unglück in Deutschland

Am 21. September 1921 detonierten in einem Werk des Chemiekonzerns BASF in Oppau bei der deutschen Stadt Ludwigshafen 4500 Tonnen Ammoniumsulfatsalpeter - eine als Düngemittel verwendete Mischung aus Ammoniumnitrat und Ammoniumsulfat. Mehr als 500 Menschen starben, die genaue Zahl ist unklar.

Die umliegenden Gemeinden wurden verwüstet, die Explosion war noch bis ins rund 75 Kilometer entfernte Frankfurt am Main zu spüren und richtete selbst über diese Entfernung Schäden an. Zu hören war sie laut Zeugen noch im 300 Kilometer entfernten München.

Mehr als 1.000 Menschen wurden bei dem Vorfall verletzt, der zu den weltweit bisher größten Industrieunglücken gehört und große Bestürzung auslöste. Beschreibungen und Zeichnungen, die damals von dem Geschehen entstanden, erinnern stark an aktuelle Bilder aus Beirut. Es kam direkt nacheinander zu zwei Detonationen, wobei die zweite viel stärker war. Es entstand ein riesiger Rauchpilz.

Die Düngesalzmischung explodierte in einem Silo. Ursache waren späteren Untersuchungen zufolge Fehleinschätzungen bei Lagerung und Verarbeitung. So wurde die zu Verklumpung neigende Masse durch kleine Sprengungen aufgelockert - was nur sicher ist, solange der Ammoniumnitratanteil unter einer bestimmten Schwelle liegt. Eine erste Detonation löste dann die weit größere zweite Explosion aus.

Trotz der Gefahren ist Ammoniumnitrat laut Oxley in der Landwirtschaft und für Sprengungen in der Bauindustrie unverzichtbar. "Ohne Sprengstoff wäre die moderne Welt nicht möglich, und ohne Ammoniumnitrat-Dünger könnten wir die heutige Bevölkerung nicht ernähren", sagt sie. "Wir brauchen Ammoniumnitrat - wir müssen nur genau darauf achten, was wir damit machen."

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Danke für Ihr Verständnis.

gb355
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na ja..

stimmt mich schon nachdenklich.
Auch ich dachte bei der 1. Meldung sofort:
aja, daraus stellt man "Düngemittel"her . Im Bericht wurde nichts von Düngemittel gesagt: "Sprengladungen" werden daraus hergestellt, war die 1.Meldung!!!!

tupper10
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Sachwerte stehen über Menschenleben???

"Tragödie von Beirut: 2750 Tonnen Ammoniumnitrat detoniert" titelt die KlZtg. Nein, liebe Redaktion, nicht der Verlust des Ammoniumnitrats ist eine Tragödie, sondern der Verlust von mehr als 100 Menschenleben! Der Titel sollte besser lauten: "Tragödie von Beirut: Mehr als 100 Tote bei Explosionsserie".

Pronopheus
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Wirklich?

Wie wärs mit sinnerfassend lesen? Das WAS explodiert ist, ist das Ammoniumnitrat. Was genau hat das mit Sachwert zu tun?
Und auch das mit 100 Toten steht fett darüber.

limbo17
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Was sie da raus lesen?

Das heißt nur dass 2750t Amnoniumnitrat explodiert sind.
Sonst nichts.
Man kann ja echt in alles etwas hinein interpretieren.
Denken sie besser einmal über ihre Gedanken nach.

bam313
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Achso

Und weil das Zeug ja so harmlos ist wird es in einer Stadt gelagert?
Und das auch noch im Libanon.
Na gratuliere.

calcit
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Seien sie froh, dass sie nicht wissen was alles und...

...wo solch vergleichbare Dinge bei uns gelagert oder aber auch transportiert werden. Allein was in Güterzügen so mitten durch Graz rollt...Flüssiggas, hochentzündliche Flüssigkeiten, diverse Chemikalien und ich bin überzeugt auch Ammoniumnitrat z.B. aus oder in den/die Adriahäfen und, und, und....

wollanig
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Wir überall

in Hafenbereichen und Industriegebieten gelagert. Siehe Explosion 2015 in Tianjin/China.

brosinor
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Tja......

.....bei uns streitet man um MNS und Abstandregeln!
Ich würde gerne wissen was so arme und geprüfte Menschen denken wenn sie auf unser verwöhntes Land schauen....

oliba99
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@brosinor....

Bitte um Erklärung, was der MNS bei uns jetzt unmittelbar mit der Katastrophe in Beirut zu tun hat....

brosinor
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für intelligente Menschen...

...ist so eine Frage eigentlich obsolet!
Und dumme Fragen beantworte ich nicht!

calcit
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Nun...

...es müssen ja nicht immer „dumme Fragen“ geben, wobei es eigentliche keine dummen Fragen gibt...