Der Präsident von Äquatorialguinea, Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, hat per Dekret überraschend die Hauptstadt des westafrikanischen Landes geändert. Statt Malabo ist nun Ciudad de la Paz die Hauptstadt des einzigen spanischsprachigen Landes Afrikas, das etwa so groß wie Brandenburg ist.
Begründet wurde der Wechsel mit dem Wunsch nach mehr Dezentralisierung. Sowohl die bisherige Hauptstadt Malabo als auch Bata, die wichtigste Stadt des an Kamerun grenzenden Festlandteils des Landes, verzeichneten rasantes Wachstum, hieß es.
Präsident sieht Potenzial in Ciudad de la Paz
„Unkontrolliertes Wachstum hat erhebliche Herausforderungen in der Stadtplanung, eine Belastung der Grundversorgung, zunehmende regionale Ungleichheit und eine Überlastung der Verkehrs- und Kommunikationsnetze mit sich gebracht“, heißt es in dem Dekret. Ciudad de la Paz wiederum habe Potenzial für Stadterweiterung, Kapazität für moderne Verwaltungsinfrastruktur und Anbindung an andere Regionen. Die Stadt ist 70 Kilometer von Obiangs Heimatbezirk entfernt.
Der mit umfangreichen Machtbefugnissen ausgestattete Staatspräsident ist nach einem Militärputsch seit 1979 im Amt. Damals stürzte der heute 83-jährige Obiang seinen Onkel, der der erste Staatschef nach der Unabhängigkeit war. In Äquatorialguinea finden zwar regelmäßig Wahlen statt, sie erfüllen aber sowohl nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen als auch der EU keine demokratischen Standards.