KultkistenCitroën 2CV Charleston: So lernte die letzte Ente das Fliegen

Denkt man an den Citroën 2CV, haben viele genau dieses Modell im Kopf. Dabei hätten von der Charleston-Ente eigentlich nur 8000 Stück gebaut werden sollen.

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Der Citroën 2CV Charleston mit der berühmten Zwei-Farben-Lackierung © CITROEN
 

Obwohl sie in Wahrheit unterschiedlicher nicht sein könnten, haben der Citroën 2CV, der Mini und der VW Käfer eines gemeinsam: Sie haben ganze Nationen motorisiert, Kultstatus erreicht, wurden unglaublich lange gebaut, überdauerten zum Teil sogar ihre designierten Nachfolgemodelle.

Und darin liegt auch eine weitere Gemeinsamkeit des Trios begründet: Um sie für die Kunden attraktiv zu halten – und wohl auch um zu kaschieren, dass sie keine echten technischen Innovationen zu bieten hatten und lange vor dem Ende ihrer automobilen Laufbahn heillos veraltet waren – erfanden Franzosen, Briten und Deutsche zahllose Sondermodelle ihrer Publikumslieblinge.

Und so tanzte im Oktober 1980 die Charleston-Ente an. Als sie in ihrer schicken Zwei-Farben-Lackierung in „Delage-Rot“ und Schwarz auf dem Pariser Autosalon der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, wollte Citroën nur 8000 Stück in limitierter Sonderserie auf die 125 Millimeter schmalen Räder stellen.

Aber wie so oft, sollte es ganz anders kommen: Denn plötzlich war das Federvieh wieder total im Trend. Insofern wurde das Sondermodell im Juli 1981 fix in die Standardpalette aufgenommen. Allerdings leicht abgeändert: Während die Sitze der ersten 8000 Stück mit einem Stoff in Hahnentritt-Muster bezogen und die runden Scheinwerfer rot lackiert waren, bekam die Charleston-Ente in der Großserie verchromte Leuchten und graue Velours-Polsterungen mit Rauten-Steppung. Wer ersteres in der Garage stehen hat, hütet einen kleinen Schatz.

Ursprünglich hätten von der Charleston-Ente nur 8000 Stück gebaut werden sollen Foto © CITROEN

Obwohl sich die Charleston-Ente im rot-schwarzen Federkleid in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat, gab es sie auch in anderen Farbkombinationen: und zwar in Gelb und Schwarz sowie in zwei konstrastierenden Grautönen. Und die setzen nach 51 Jahren auch den Schlusspunkt in der langen Geschichte: Der allerletzte „Deux Chevaux“ lief am 27. Juli 1990 um 16.30 Uhr im portugiesischen Mangualde vom Band. Ein 2CV 6 Charleston in Nachtgrau und Kormorangrau.

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