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Was zu tun ist und wer haftet Wann man Sturmschäden am Auto ersetzt bekommt

Sturmtief "Sabine" wütet in Österreich und hat so manches Auto beschädigt. Wer wann dafür haftet und was zu tun ist, damit man an sein Geld kommt.

© akf/stock.adobe.com
 

Das Sturmtief zieht auch heute noch mit orkanartigen Böen durch Österreich. Manch Fahrzeugbesitzer wird wegen abgebrochener Äste oder umgestürzter Gerüste Schäden an seinem Auto feststellen müssen. "Fahrzeugschäden durch Naturgewalten wie Sturmböen über 60 Stundenkilometer sind bei bestehender Voll- oder Teilkaskoversicherung gedeckt – die Versicherung übernimmt auch Reparatur- bzw. Abschleppkosten zur nächsten Werkstatt", sagt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner.

Sie gibt dabei zu bedenken: "Je nach vertraglicher Regelung sind jedoch Selbstbehalte in unterschiedlicher Höhe möglich. Genaue Angaben dazu findet man in der Polizze."

Um seine Ansprüche bei der Versicherung geltend zu machen, sollte man sorgsam und rasch handeln: "Wer nach einem Unwetter Schäden an seinem Auto oder Motorrad feststellt, sollte diese mithilfe von Fotos dokumentieren und umgehend der Versicherung melden", rät die Expertin.

Achtung: War das Auto an einer gefährdeten Stelle, zum Beispiel unter einem offensichtlich morschen Baum geparkt, könnte die Versicherung die Auszahlung wegen "grob fahrlässigen Herbeiführens eines Versicherungsfalles" verweigern. Anders ist es, wenn man vom Unwetter überrascht wurde oder sein Fahrzeug nach bestem Wissen und Gewissen nicht aus der Gefahrenzone entfernen konnte.

Wann Grundstückbesitzer, Gemeinde & Co. haften

"Wer lediglich haftpflichtversichert ist, hat kaum Chancen, Geld erstattet zu bekommen", sagt die ÖAMTC-Juristin. "Es sei denn, ein Dritter hat den Schaden verschuldet." Das wäre der Fall, wenn beispielsweise Baufirmen und Werbeunternehmen ihre Gerüste und Plakatwände mangelhaft montiert haben. "Auch wenn lose Dachziegel oder Bäume auf ein parkendes Fahrzeug fallen, könnte der jeweilige Grundstücksbesitzer haften", erklärt Pronebner. "In diesem Fall ist es ratsam, Zeugen namhaft zu machen."

Entsteht am Fahrzeug ein Schaden durch Bäume am Straßenrand, haftet eventuell der Straßenerhalter, also in der Regel das Bundesland oder die Gemeinde. Dazu muss der Geschädigte dem Straßenerhalter allerdings grobe Fahrlässigkeit nachweisen – etwa, dass ein geknickerter Baum trotz zeitgerechter Meldung Stunden nach dem Unwetter noch immer nicht entfernt worden ist. Betreiber mautpflichtiger Autobahnen und Vermieter kostenpflichtiger Parkplätze haften hingegen schon für leichte Fahrlässigkeit.

Hinweis für Fahrradbesitzer: "Über die Haushaltsversicherung ist zwar oftmals ein Fahrraddiebstahl gedeckt – Sturmschäden am Fahrrad hingegen nicht. Dafür benötigt man eine spezielle Fahrradversicherung. Dennoch: Ein Blick in die Polizze der Versicherung lohnt sich", rät die ÖAMTC-Expertin.

Kommentare (1)

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crawler
0
24
Lesenswert?

Am Besten ist

man absolviert vor dem Abschluss einer Versicherung ein Jurastudium um Versicherungsverträge zu verstehen. Zumindest ist eine Rechtschutzversicherung empfehlenswert um überhaupt mit einer Versicherung in Kontakt zu treten. Selbst da haben die gefinkelten Juristen der Versicherungen immer irgend etwas bei der Hand um Schadensumkehr zu betreiben.