Es sind zehn Bäume, die seit Tagen in der St. Veiter Stadtpolitik die Wogen hochgehen lassen. Eigentlich ein Klimaprojekt, welches das Stadtbild verschönern und gleichzeitig für Abkühlung sorgen soll. Doch seit Tagen diskutiert die Stadtpolitik wegen dieser zehn Gleditschien auf und ab. Ein Stadtrat regt sich darüber auf, weil diese Idee nicht den Leerstand in der Stadt besiegen wird, ein Bürgermeister kritisiert den Stadtrat, weil dieser in Sitzungen für das Projekt gestimmt hat und nun öffentlich dagegen ist. Dazwischen ein Kontrollausschussobmann, der die Kosten – die sich auf 200.000 Euro belaufen – hinterfragt.
Über das Projekt kann und soll man auch diskutieren. Wie wichtig der Kampf gegen die Klimakrise ist, ist hoffentlich allen bewusst. Ebenso ist es klar, dass Politiker sieben Monate vor der Bürgermeisterwahl auf sich aufmerksam machen wollen, um jeden Preis. Showpolitik auf ziemlich niedrigem Niveau. Jedoch ist die Frage berechtigt, ob sich die St. Veiter Stadtpolitik nicht um andere Probleme kümmern sollte.
Die Firmenpleiten, die im Bezirk massiv angestiegen sind, überhitzte Schulen, lange Wartelisten für Wohnungssuchende, das Gemeindebudget, Leerstandsbekämpfung in der Innenstadt, ob man es schafft, St. Veit bis 2040 wirklich klimaneutral zu machen, die Teuerung und die Inflation in Österreich – wären die ersten Dinge, die einem auf die Schnelle einfallen könnten. Doch nicht in St. Veit, hier diskutiert die Stadtpolitik vom Hundertsten ins Tausendste wegen zehn Gleditschien. Vielleicht sollte sich die Politik mit den großen Problemen befassen, die man in der nächsten Legislaturperiode angehen und eventuell auch lösen sollte.