Mit stolz geschwellter Brust verkündete man aus dem St. Veiter Rathaus, dass die Leerstandsquote in St. Veit von 25 Prozent (2023) auf 14,5 (2026) gesunken sei. 26 Neueröffnungen innerhalb von 17 Monaten sollen das möglich gemacht haben. Die Kleine Zeitung hat nachgefragt, was hinter den Zahlen steckt.
Zur Definition: Als Eröffnung zählt alles, was neu- und wiedereröffnet hat. Dazu zählen Handel, Gastronomie, Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung. Büros, ohne klassischen Kundenverkehr, werden nicht mitgezählt. Im gemessenen Zeitraum – Jänner 2025 bis Mai 2026 – gab es die besagten Eröffnungen. Alle 26 davon konnten sich durchsetzen und bestehen auch heute noch. Diesen 26 stehen acht Schließungen gegenüber, die sich im gleichen Zeitraum ereignet haben. Darunter waren zum Beispiel Bipa, Schätzchenklein oder die Lavendelmaus.
Gutes Leerstandsmanagement
Dass sich sämtliche Eröffnungen halten konnten, ist jedenfalls ein gutes Zeichen. Einige entwickelten sich zu St. Veiter Institutionen, wie das WurzelWerk, Frieda's oder Doris Hauser mit Arkaden Beauty. Letztere begann vor 20 Jahren in einem kleinen Raum am Hauptplatz, später war sie außerhalb der Altstadt tätig. Im November 2025 verwirklichte sie „Arkaden Beauty“ gezielt in der Altstadt (Unterer Platz 6) auf rund 100 Quadratmetern mit vier Mitarbeiterinnen und einem breiten Beauty-Angebot. „Diese positiven Entwicklungen beruhen auf erfolgreichem Leerstandsmanagement durch Marion Puschitz“, heißt es aus dem Rathaus.
Stadt hilft Unternehmen
Weiter versichert die Stadt, dass einzelne Automaten nicht als Neueröffnung zählen würden. Welche Branchen in der Innenstadt noch fehlen würden, konnte man nicht genau beantworten. „Die Stadtgemeinde kann keine Unternehmen verpflichten oder direkt zuweisen, sich an bestimmten Standorten niederzulassen. Die Entscheidung, wo und welche Branchen sich ansiedeln, treffen die Eigentümer der Immobilien und die Unternehmer selbst – maßgeblich beeinflusst durch marktwirtschaftliche Faktoren wie Mietpreise, Nachfrage, Kundenfrequenz und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.“
Die Stadtverwaltung unterstützt die Innenstadtentwicklung durch die Vermarktung der verfügbaren Flächen, Beratung von Interessenten, Gestaltung von Förderprogrammen und stadtplanerischen Rahmenbedingungen. „Innenstädte befinden sich im Wandel, es gibt eine Transformation vom klassischen Handel zum Freizeit-, Dienstleistungs- und Kulinarikerlebnis“, heißt es abschließend mit dem Hinweis, dass demnächst die 27 Neueröffnung bevorstünde.