„Ich bin Obmann mit Leib und Seele, der Verein ist wie eine zweite Familie für mich“, sagt Martin Semlitsch. Seit 21 Jahren ist er Obmann des Murecker Fußballvereins. Jetzt möchte er das Amt weitergeben: „Ich möchte mehr Freizeit haben und zum Beispiel einfach einmal spontan in den Urlaub fahren können.“ Etwas, das er sich in den letzten Jahren nur selten erlauben konnte, weil der Verein für ihn immer an erster Stelle stand.

Mit Teamgeist aus den Schulden

Semlitsch selbst hat mit etwa acht Jahren als Fußballspieler im Verein begonnen. Später engagierte er sich als Jugendtrainer, ehe er 1996 im Vorstand tätig wurde. 2005 hat er den Verein schließlich vom damaligen Obmann Felix Vogrin übernommen. Zu dieser Zeit habe ihm die finanzielle Lage große Sorgen bereitet. Mit großem Engagement und viel Unterstützung von seinem Team gelang es ihm dann über die Jahre, den Verein von den Schulden zu befreien.

Bevor Semlitsch Obmann wurde, engagierte er sich als Jugendtrainer
Bevor Semlitsch Obmann wurde, engagierte er sich als Jugendtrainer © TuS Mureck/Bernhard Gschier

Maßgeblich beteiligt daran waren unter anderem Karl Flock und seine Frau Renate, aber auch Bernhard und Regina Gschier sowie Gerhard Großschedl mit seiner Frau Elisabeth, „die möchte ich ganz besonders hervorheben, weil sie wirklich immer zur Stelle waren“, so Semlitsch. Seit einigen Jahren ist der Verein nun schuldenfrei und finanziert sich hauptsächlich über den Kantinenbetrieb am Sportplatz.

Semlitschs größte Stütze über die vielen Jahre war jedoch seine Frau Barbara: „Wenn meine Frau das nicht alles so mit mir mitgemacht hätte, dann wäre der Verein jetzt nicht da, wo er ist.“ Jahrelang hat sie ihn nicht nur bei allen Trainings der Mannschaft begleitet, die beiden sind gemeinsam auch zu jedem Auswärtsspiel gefahren und haben „ihre Jungs“ angefeuert.

Unvergessliche Höhepunkte

Obmann zu sein, bedeutet für ihn nicht nur den Verein symbolisch zu vertreten, sondern auch selbst mitanzupacken und immer vor Ort zu sein, vor allem für die schönen Momente. „Den Derby-Sieg gegen den USV Murfeld im April hätte ich um keinen Preis verpassen wollen“, erzählt Semlitsch und lacht.

Semlitsch mit seiner Frau Barbara bei der Meisterfeier des TuS Mureck 2012
Semlitsch mit seiner Frau Barbara bei der Meisterfeier des TuS Mureck 2012 © TuS Mureck/Bernhard Gschier

Daneben sind ihm die zwei Meistertitel 2012 und 2025 als große Höhepunkte im Gedächtnis geblieben. Eine Sache, die sich im TuS Mureck über die Jahre nie verändert hat, ist der Zusammenhalt: „Wir haben immer die größte Gaude und sind zu einer starken Gemeinschaft zusammengewachsen“, sagt Semlitsch und fügt an: „Allein schon deshalb haben sich die viel investierte Zeit und Arbeit für mich gelohnt.“

Ende einer Ära

Dennoch ist ihm in den letzten Jahren die Energie ausgegangen, weshalb er sich dazu entschieden hat, seine Position als Obmann abzugeben. Beim letzten Heimspiel der Saison am 30. Mai hat der TuS Mureck daher eine feierliche Verabschiedung für ihn und seinen Vorstand geplant.

Die aktuelle erste Mannschaft des TuS Mureck mit ihrem Obmann Martin Semlitsch (2. v. l.)
Die aktuelle erste Mannschaft des TuS Mureck mit ihrem Obmann Martin Semlitsch (2. v. l.) © TuS Mureck/Bernhard Gschier

Danach übernimmt ein neuer Vorstand, dessen Spitze künftig Gerald Radl, Josef Galler und Bernhard Gschier bilden. „Ich bin mir sicher, dass sie eine gute Arbeit leisten werden. Außerdem bleibe ich dem Verein ja immer als treuer Unterstützer erhalten“, so Semlitsch.