Ein spontaner Hilfsaufruf aus dem Bezirkskrankenhaus (BKH) Kufstein hat in Birnbaum im Lesachtal eine Welle der Solidarität ausgelöst. Ausgangspunkt war eine Anfrage der leitenden Hebamme Silke Derwanz vom BKH Kufstein an das Nachsorge- und Qualitätsprojekt „Frühe Hilfen für Eltern und Kind“. Für eine junge Schwangere, gesundheitlich belastet und mit herausforderndem familiären Hintergrund, fehlten wichtige Utensilien für das Baby. Da der Projektmitarbeiterin Claudia Gruber-Knotz selbst zwei Tage später eine Operation bevorstand und sie den Einsatz nicht alleine stemmen konnte, wandte sie sich an ihre im Lesachtal lebende Schwägerin Nadja Knotz.
Diese organisierte innerhalb kürzester Zeit die Erstausstattung. „Ich habe den Aufruf auf meinem Handystatus, der Flohmarktgruppe Hermagor und dem Frauenmix Birnbaum geteilt“, sagt Knotz. Die Hilfsbereitschaft war überwältigend. „Binnen kürzester Zeit haben die Frauen unseres Ortes Kartons mit Babykleidung, Windeln und Spielsachen bei mir vorbeigebracht“, erzählt sie. „Die Hilfe aus dem Gailtal war gar nicht mehr nötig.“ Neben verpackten Babyartikeln dachten die Mütter auch an praktische Dinge für die Zeit nach der Geburt. Stilleinlagen, Feuchttücher, Bücher und weitere Alltagshelfer ergänzten die Ausstattung. Wenige Tage später waren die Babysachen auf dem Weg nach Tirol.
„Einen besseren Start ins Leben ermöglicht“
„In Zeiten, in denen Negativschlagzeilen oft den Ton angeben, setzt diese Aktion ein kraftvolles Zeichen des Miteinanders“, freut sich Gruber-Knotz. Im Namen des ungeborenen Kindes und der werdenden Mutter spricht Gruber-Knotz den Helferinnen in Birnbaum ein aufrichtiges „Vergelt’s Gott“ aus. Ihr Einsatz habe „die Welt für zwei Menschen spürbar verändert und einen besseren Start ins Leben ermöglicht“, so das berührende Resümee.