„Kein Verzicht, sondern eine Weiterentwicklung unserer DNA“, hat Vapiano-Geschäftsführer Philipp Zinggl angekündigt: In der Kaiserfeldgasse, wo sich zuvor die vegane Swing Kitchen befunden hat, ist vor rund zwei Wochen das „Vapiano Piccolo“ eingezogen – das erste seiner Art in ganz Österreich. Das kulinarische Angebot ist dabei in etwa gleich geblieben – Pasta- und Pizzaklassiker, Salat, italienische Nachspeisen und Kaffee.

Bestellt wird am Terminal

Das Bestellen funktioniert aber anders – während man im „alten“ Vapiano am Sparkassenplatz an den Stationen bestellte, macht man das jetzt ganz modern am Tablet. Für die meisten Menschen mittlerweile längst ein gewohnter Vorgang, man wischt und tippt sich durch die Speisekarte und kann in aller Ruhe aussuchen, worauf man am meisten Gusto hat. Bestellen kann man alternativ auch per QR-Code direkt am Tisch, das empfiehlt sich aber eher für Stammgäste, die schon einen Online-Account bei Vapiano haben.

Die Einrichtung ist von der Aufteilung her ganz gleich wie die Swing Kitchen geblieben, rechts eine große Bar und Ausgabe, links die Holztische mit frischen Kräutern darauf. Nur der Look ist anders – mit roten Fliesen und Schwarzweiß-Fotos an den Wänden. Neu ist ein kleines Shop-Regal mit italienischen Spezialitäten für zu Hause.

Wir tippen uns also zwei Pizzen, einmal Pasta und Nachspeisen herbei, kleine Menüsalate gibt‘s um 2 Euro und Menü-Getränke ebenfalls um 2 Euro. Bei den Speisen kann man Schärfegrad und Knoblauch-Intensität selbst bestimmen, auch etliche Extras wie Guanciale-Speck, Burrata oder Pinienkerne kann man dazubestellen. Was uns fehlt, wäre allerdings noch die Parmesan-Frage bei den Nudelgerichten. Nach dem Bezahlen scannt man noch eine Nummer für den Tisch, um die Bestellung dorthin serviert zu bekommen.

Guter Durchschnitt

Das geht dann auch recht flott. Eine Pizza Diavolo (14,90 Euro) ist guter Durchschnitt, eine vegane Funghi-Pizza mit Champignons und ohne Käse (11,90 Euro) schön saftig und auch eine gute Alternative für alle, die nicht so schwer essen wollen und trotzdem Pizza-Gusto haben. Die Fusilli mit Bolognese (14,90 Euro) sind ebenfalls in Ordnung, die Nudeln aber schon eine Spur über „al dente“, die Sauce gut, aber nicht aufregend. Parmesan gibt es leider keinen, vielleicht haben wir beim Bestellen etwas übersehen? Die Beilagensalate sind frisch, das Dressing schmeckt okay und ist wenigstens nicht zu sauer. Gut schmecken uns die selbst gemachten Limonaden, vor allem Grapefruit-Thymian. Auch die Desserts schmecken – „Death by Chololate“ (4,90 Euro) ist ein üppiger Schokoladenkuchen, dessen Namen man durchaus ernst nehmen sollte, das Tiramisu (ebenfalls 4,90 Euro) ist auch nicht klein, aber sehr gelungen.

Vapiano piccolo als schnelle Alternative

Unser Fazit: In der authentischen kleinen Trattoria oder der Pizzeria mit Riesen-Holzofen schmeckt‘s natürlich schon besser, gerade für ein Mittagessen oder schnelles Abendessen ist Vapiano aber eine gute, solide Alternative. Das Piccolo-Konzept gefällt uns gut – es ist viel gemütlicher als am alten Standort, das Bestellen am Terminal ist auch nicht unpraktisch, müssen wir zugeben. Nur die Sache mit dem Parmesan müssen wir noch herausfinden ...