Kein Frühling ohne Hafenfest. Dieses Motto galt von 2012 bis 2025, heuer fällt das beliebte Fest in der Ostbucht des Wörthersees aber ins Wasser. Warum die Absage? Die Veranstalter, die IP-Media und die „Krone“, erhalten normalerweise eine 60.000 Euro schwere Unterstützung von der Stadt Klagenfurt. Aufgrund des ausbleibenden Budgetbeschlusses konnte die Überweisung aber nicht zugesichert werden. Zu hoch war also das Risiko für die Veranstalter, die sich deshalb gegen die Durchführung entschieden haben. Im Netz sorgt das Thema für rege Diskussionen.
Viele Leserinnen und Leser sowie Userinnen und User bedauern die Absage des Fests. „Sehr schade und kurzsichtig bezüglich des Anreizes für Steirer, mit der Koralmbahn zum Fest mit dieser traumhaften Kulisse zu kommen“, kommentiert eine Userin auf Facebook. „Das Hafenfest war ein wichtiger Termin für die Standl und die Gastronomie, schade drum“, schreibt ein anderer Leser. „Meine Familie ging so gerne dorthin. Das war jedes Jahr eine Tradition, vor allem für die Kinder“, bedauert ebenfalls eine Userin. Das Hafenfest am Wörthersee kommt aber auch nicht ohne Kritiker aus. „Allein der Name ist ja schon ein Etikettenschwindel: Es gibt dort weder einen Hafen, noch ist das ein Fest“, meint ein User. Die Tierwelt würde sich über die Absage freuen, sagt ein anderer Leser, der das Fest auch aufgrund der Verschmutzung des Seeufers kritisch sieht.
Weiterer Sponsor und Eintritt
Einige Leser und User hinterfragen, warum die Stadt die Veranstaltung überhaupt finanziell unterstützen soll. „Kaum gibt es für den Veranstalter keine Subvention der Stadt, schon fällt alles ins Wasser. Auf Kosten der Stadt bzw. der Allgemeinheit lässt es sich scheinbar gut leben. Gibt es keine Euros, dann machen wir eben nix“, schreibt ein User zugespitzt. „Warum trägt sich das mit den Sponsoren nicht selbst?“, fragt sich ein anderer Leser. „Das kann man selber organisieren, die Stadt braucht man dafür nicht“, schreibt ein User auf Facebook. Am Hafenfest würden ausreichend Wirte und Standler teilnehmen, die über entsprechende Abgaben das Fest finanzieren könnten. „Andererseits sollte die Durchführung eines derartigen Familienfests mit einem weiteren Sponsor und vielleicht auch durch einen kleinen Eintritt machbar sein“, meint ein Leser.
Debatte um Unterstützung für Public Viewing
Debatten über die Notwendigkeit von finanziellen Unterstützungsleistungen vonseiten der Stadt flammten zuletzt rund um das geplante Public Viewing auf. Das Veranstaltungsunternehmen Dobesch organisiert die Übertragung von rund 50 Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft der Herren am Neuen Platz und erhält für das Public Viewing 50.000 Euro von der Stadt. Der für die Überweisung benötigte Gemeinderatsbeschluss, der wegen der laufenden Zwölftelregelung notwendig ist, steht aber noch aus. Und es gilt als unrealistisch, dass der Beschluss noch vor dem WM-Start am 11. Juni fällt. Des Weiteren kündigte Dobesch an, auch ohne Förderung der Stadt das Public Viewing zu veranstalten. Zu hoch seien die Haftungen, die bei einer Absage schlagend werden würden.