Zum ersten Mal in dieser Woche zeigte sich Rom am Donnerstag auch wettertechnisch von seiner besten Seite. Tausende Zuseher strömten von allen Seiten Richtung Foro Italico, um vor allem Matteo Berrettini, Lorenzo Sonego oder Jasmine Paolini lautstark zu unterstützen. Im Gegensatz dazu nahezu unter Ausschuss der Öffentlichkeit setzte am Mittwochabend Anastasia Potapova bei nasskalten Bedingungen ihren Weg nach oben weiter fort. Die Neo-Österreicherin rang die Ungarin Dalma Galfi in drei Sätzen nieder und zog in die zweite Runde ein. Dort trifft die 25-Jährige am Freitag (2. Partie nach 11 Uhr/Sky live) auf die Tschechin Karolina Muchova.
Für Potapova, die sich in der „Ewigen Stadt“ auch durch die Qualifikation kämpfen hatte müssen, ist es nach dem Finaleinzug in Linz und dem Halbfinale in Madrid schon jetzt ein weiterer Schritt in Richtung Weltspitze. Und auch gegen die Nummer elf der Welt rechnet sich Potapova gute Chancen aus. „Ich werde es nicht laut sagen, aber ich habe es ziemlich gut gezeigt in den vergangenen Wochen, dass ich bereit bin, gegen die besten Spielerinnen zu spielen“, sagte Potapova nach ihrem Erstrundensieg. Die gebürtige Russin strotz derzeit nur so vor Selbstvertrauen und weiß genau, wann und warum es für sie wieder so gut zu laufen begonnen hat: „Vor Linz habe ich meinen Schläger gewechselt und als mich die Zuseher dann in meiner neuen Heimat so herzlich empfangen und mich unterstützt haben, hat es bei mir ‚Klick‘ gemacht und ab diesem Zeitpunkt habe ich einfach besser gespielt“, schilderte Potapova.
Setzung als neues Ziel
In der derzeitigen Form ist ihr auch bei den French Open, wo sie 2024 schon im Achtelfinale gestanden war, einiges zuzutrauen. „Wenn man sich so fühlt, wie ich mich derzeit, dann erwartet man sich die besten Resultate. Ich bin ziemlich aufgeregt mit Blick auf Paris. Ich werde mein Bestes tun, so weit wie nur möglich zu kommen.“ Ein Ziel wäre es nun freilich auch noch, für Roland Garros die Setzung zu schaffen. Als 31. im Live-WTA-Ranking wäre das aktuell Realität. „Ja, ich bin aktuell sehr eng dran, aber es ist, wie es mein Team gesagt hat: Es ist egal, ob du gesetzt bist oder nicht: Niemand will in der ersten Runde gegen dich spielen.“
Potapova hätte vor Paris noch für das Turnier in Straßburg genannt. „Wenn etwas sehr Gutes in Rom passiert, nehme ich mir aber vielleicht noch ein paar Tage vor Paris frei“, könnte sie diesen Plan noch ändern.
Zweite Fixstarterin im Hauptfeld des zweiten Tennis-Majors ist Jungstar Lilli Tagger. Sie wird ein Jahr nach ihrem Juniorinnen-Grand-Slam-Titel bei den Erwachsenen nach Roland Garros zurückkehren. Auch sie spielt eventuell noch in Straßburg, doch auch bei ihr ist das noch nicht fix. Obwohl bei Sinja Kraus und Julia Grabher die Formkurve nach oben zeigt, müssen die beiden in die Qualifikation.