Mit der 36. Novelle der österreichischen Straßenverkehrsordnung (StVO) gelten für E-Scooter seit dem 1. Mai deutlich strengere Regeln. Sie werden nun klar als Fahrzeuge eingeordnet, mit entsprechenden technischen Vorgaben. E-Scooter müssen nun mit einer wirksamen Bremse, einer Klingel oder Hupe, weißen Rückstrahlern vorne, roten hinten und gelben seitlich, Blinkern an beiden Lenkerenden und bei Dunkelheit weißem Vorderlicht und rotem Rücklicht ausgestattet sein. Diese Vorschriften gelten ausdrücklich für alle E-Scooter, auch für ältere Modelle.
Leihanbieter sind vorbereitet
Während viele Privatnutzerinnen und -nutzer also aktuell über eine Nachrüstung nachdenken müssen, sehen sich die Sharing-Anbieter in Villach und Klagenfurt gut aufgestellt. In beiden Städten sind mit Lime (nur in Klagenfurt), Dott (früher Tier) und Max drei Anbieter aktiv und alle geben an, die gesetzlichen Vorgaben bereits zu erfüllen. Lime-Österreich-Sprecher Theo Koch bestätigt auf Nachfrage, dass die E-Scooter des Anbieters bereits „seit Jahren“ den nun gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen entsprechen. Damit verbunden ist auch eine Entwarnung für Nutzerinnen und Nutzer, denn: „Wir müssen nicht nachrüsten und somit müssen unsere Kundinnen und Kunden auch nicht mit höheren Kosten rechnen.“
Helmpflicht spielt bei Verleih kaum eine Rolle
Grundsätzlich dürfen E-Scooter von Kindern ab 12 Jahren gefahren werden, mit Radausweis bereits ab zehn. Für Lenkerinnen und Lenker unter 16 Jahren gilt nun Helmpflicht.
Klar geregelt ist nun auch, dass auf einem E-Scooter ausnahmslos nur eine Person fahren darf. Eine Mitnahme von Kindern oder einer zweiten Person ist verboten. Für Verleihanbieter spielt die neue Helmpflicht allerdings nur eine untergeordnete Rolle. So verweist Lime darauf, dass Fahrzeuge laut Nutzungsbedingungen erst ab 18 Jahren ausgeliehen werden dürfen.
Nachrüsten für Private: Nachfrage steigt stark
Viele private E-Scooter verfügen noch nicht über die nun vorgeschriebenen Blinker, entsprechend groß ist die Nachfrage nach Nachrüstlösungen. Blinker-Sets sind beispielsweise in den Forstinger-Filialen erhältlich. Der Villacher Marktleiter Josef Gabl erklärt: „Meist basieren die Blinker-Sets auf einfachen Stecksystemen. Dabei werden die Blinker direkt in das Lenkerrohr eingesetzt und sind für viele Modelle geeignet. Die Montage ist unkompliziert und auch für Laien machbar.“ Die Nachfrage ist hoch: „Es kommen sehr viele Kunden“, so Gabl. In Villach sind noch Geräte verfügbar, in den Klagenfurter Filialen hingegen aktuell alle noch verfügbaren Sets reserviert.
Und auch beim Elektronikhändler Media Markt zeigt sich ein ähnliches Bild: Blinker-Sets waren zuletzt noch erhältlich, sind mittlerweile aber ausverkauft. Laut Kundenservice ist der Andrang groß, Nachschub könnte „bald“ wieder verfügbar sein.