Die Ausbildung des mehrstimmigen Männergesanges und die Pflege des Volks- und Kärntnerliedes, aber auch die Förderung der Geselligkeit – das war der Zweck der Gründung des Männergesangsvereines Ossiach. Und diesen Zweck verfolgen sie heute auch noch, 80 Jahre später. Das wollen die 14 Sänger unter Chorleiter Andreas Leeb beim Jubiläumsfest am Samstag, 9.Mai unter Beweis stellen.

Begonnen hat alles im Jahr 1946 im Ossiacher Gasthaus Kölbl, unter Obmann Johann Weger und Gründungschorleiter Friedrich Rainer wurde der Grundstein für die bislang 80 Jahre andauernde Geschichte gelegt. Eine Geschichte, die vor wenigen Jahren beinahe schon geendet hätte. Aufgrund von Sängermangel wäre der Chor 2017 beinahe schon aufgelöst worden. „Durch einen Aufruf in der Kleinen Zeitung haben wir wieder mehr Zulauf bekommen. Und mit einem jungen Chorleiter sind auch wieder mehr jüngere Sänger zum Chor gestoßen“, sagt Herbert Brugger. Der langjährige und mehrmalige Obmann und derzeitige Obmann-Stellvertreter des Chores gehört zu den Urgesteinen. Ist er schließlich seit 60 Jahren Mitglied der Männerrunde. Eine Männerrunde, bei der im Laufe der Geschichte auch eine Frau aktiv war. „Weil der erste Tenor stimmlich schwach war, unterstützte Martha Weger viele Jahre mit ihrer zwar weiblich, aber doch passenden Stimme“ ist in der Chronik zu lesen.

Männerchor mit Frau: Martha Weger sang viele Jahre lang Tenor
Männerchor mit Frau: Martha Weger sang viele Jahre lang Tenor © MGV Ossiach

Rund 30 Auftritte absolvieren die Männer, das derzeitige Durchschnittsalter liegt bei 50 Jahren, Jahr für Jahr. Zu den Fixpunkten zählen dabei unter anderem das Sternsingen, die Gestaltung der Muttertagsmesse im Stift Ossiach, zwei Kärntner Abende sowie die Gestaltung der Messe für den verstorbenen Ossiacher Pfarrer Jakob Stingl.

Heuer kommt ein besonderer Auftritt dazu – nämlich die Gestaltung des eigenen Jubiläumsfestes, das am Samstag über die Bühne geht. Gefeiert wird aber nicht in einem Festsaal oder in einem Zelt, sondern auf zwei Schiffen am Ossiacher See – der MS Ossiach und der MS Gerlitze. Die Schiffe werden zusammengehängt und legen um 15 Uhr bei der Anlegestelle in Ossiach ab. Die rund 250 Gäste werden vom Chor, die Mitglieder stammen übrigens ausnahmslos aus Ossiach, sowie von fünf Kleingruppen unterhalten, die im Laufe der mehrstündigen Fahrt vom Ober- aufs Unterdeck und auch aufs jeweils andere Boot wechseln. Brugger: „Dieser Veranstaltungsort ist für uns eine Premiere. Das Angebot wird gut angenommen, die beiden Schiffe sind schon gut gebucht. Bei Schönwetter gibt es jedoch noch Restkarten.“