Er zählt nicht zu der Kategorie der polternden Politiker, sucht lieber einmal zu oft das Gespräch als die harte Konfrontation – aber das augenscheinlich mit Erfolg. Seit 2015 ist Bernard Sadovnik Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Globasnitz/Globasnica und schon seit 2003 Obmann der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Sloweninnen. Ein Engagement, das ihm nun den Zivilcourage-Preis der Organisation SOS Mitmensch einbrachte.

„Sadovnik zeigt seit Jahrzehnten auch in aufgeheizten Zeiten unerschütterlich Haltung und Rückgrat bei seinem Engagement für ein gutes Zusammenleben der Menschen in Kärnten. Er findet klare Worte, wenn es um Menschenrechte, Demokratie und ein faires Miteinander geht. Als es zum skandalösen rechtswidrigen Polizeieinsatz am Peršmanhof kam, hat er sich um eine rasche und kritische Aufarbeitung bemüht“, begründet Gerlinde Affenzeller, Geschäftsführerin von SOS Mitmensch, die Zivilcourage-Auszeichnung für Sadovnik.

Sadovnik ist ein Nachkomme jener Familie, die am Peršmanhof ermordet wurde.

Zweite Preisträgerin

Neben Sadovnik wird auch die Dokumentarfilmerin Olga Kosanović ausgezeichnet. In ihrem Film „Noch lange keine Lipizzaner“ setzt sie sich mit den gesetzlichen und bürokratischen Restriktionen und Schikanen beim Zugang zur Staatsbürgerschaft auseinander. Die Zivilcourage-Preise von SOS Mitmensch sind heuer mit insgesamt 2.000 Euro dotiert. Der Preis wird am 13. Mai vergeben.

Olga Kosanović hat ihre eigene Einbürgerungsgeschichte verfilmt
Olga Kosanović hat ihre eigene Einbürgerungsgeschichte verfilmt © APA / Max Slovencik