„Mit dem ‚Schmetterlingspark‘ schaffen wir am Ostufer einen Ort, der Natur, Erlebnis und Aufenthaltsqualität auf besondere Weise verbindet“, so Brigitte Matschnig, Leiterin des Tourismusverbandes St. Kanzian. Das trage dazu bei, „den Klopeiner See als ganzheitliches Erlebnis weiter zu stärken“.
Der „Schmetterlingspark“, inklusive moderner Multifunktionsstätte mit rund 80 Sitzplätzen, soll das Freizeitangebot in der Region erweitern und für Besucher ganzjährig öffentlich zugänglich sein. Ergänzt wird die Parkanlage durch unterschiedliche Erlebnisbereiche wie eine Sport- und Spielstation, Entspannungsinseln mit Wellenliegen, einen naturnahen Barfußpfad sowie eine markante Schmetterlingsliege. Auch eine öffentlich zugängliche, barrierefreie Sanitäranlage soll errichtet werden.
Für das Vorhaben des Tourismusverbandes St. Kanzian stellt das Land eine Tourismusförderung in Höhe von 120.000 Euro bereit. Insgesamt werden in etwa 400.000 Euro investiert. „Hier wird ein wohldurchdachtes Projekt in Umsetzung gebracht, das die regionale Freizeitinfrastruktur aufwertet, das Gästeerlebnis stärkt und ein hochwertiges, saisonverlängerndes Angebot schafft. Davon profitieren Urlauber und Einheimische gleichermaßen“, so Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP).
Kern des Projekts ist eine rund 2000 Quadratmeter große Parkanlage mit einem Schmetterlingsgarten, in dem rund 1000 Schmetterlingsflieder gepflanzt wurden. Doch die beliebte Zierpflanze aus China beziehungsweise Tibet steht stark in der Kritik. „Naturschutzfachlich ist das eine Katastrophe“, sagt der Botaniker Klaus Krainer von der Arge Naturschutz. „Es ist zwar eine schöner Strauch, den gewisse Schmetterlinge auch anfliegen, doch mittlerweile breitet er sich auch bei uns in Kärnten als invasiver Neophyt aus und verdrängt heimische Pflanzen. Ihn gezielt anzupflanzen, ist unverantwortlich.“ In der Schweiz ist das In-Umlauf-Bringen des auch als Sommerflieder bekannten Gewächses – genauso wie beim ebenfalls problematischen Kirschlorbeer – bereits verboten.
Seitens der Abteilung 8 des Landes Kärnten (Umwelt, Naturschutz und Klimaschutzkoordination) heißt es, man würde ein solches Projekt niemals fördern. „Wir fördern rein die regionale Gehölzvermehrung sowie Schmetterlingswiesen zu 100 Prozent“, betont der zuständige Unterabteilungsleiter Christian Kau. Solche in der Region verwurzelte Vegetation – zum Beispiel die Schlehe oder der Weißdorn – sei für unsere heimischen Schmetterlinge und die Natur insgesamt deutlich gewinnbringender.
Stellt sich die Frage, wer den Tourismusverband St. Kanzian hier ökologisch beraten hat. Auf Nachfrage kommt die ernüchternde Antwort: die Gärtnerei, von der die Pflanzen bezogen wurden. Nach Rückfrage mit selbiger sagt Matschnig: „98 Prozent der gesetzten Sorten des Flieders bilden keine Samen und sind nicht invasiv.“ Auch würden die Pflanzen „laufend gepflegt und kontrolliert zurückgeschnitten“. Ihr ökologische Wert bleibt jedoch gering, zumal sie zwar Nektar aber kein wichtiges Futter für Schmetterlingsraupen bieten – noch kann eine Ausbreitung ausgeschlossen werden.