„Eine Strategie ist nur so gut wie ihre Umsetzung“, sagt die neue Kulturreferentin Gaby Schaunig (SPÖ). Die Grundlage dafür ist gelegt: Am 4. Mai wurde die neue Kunst- und Kulturstrategie 2030 präsentiert. Sie entstand in einem transparenten, zweieinhalbjährigen Prozess mit über 1400 Beteiligten – unter anderem in sechs öffentlichen Zukunftsforen. Insgesamt wurden 24 Ziele und 67 Maßnahmen erarbeitet, die nun in gedruckter, zweisprachiger Form vorliegen. „Wir haben ein gutes Fundament, auf dem wir aufbauen können. Die Kulturstrategie ist aber auch ein ‚living paper‘ und offen für Veränderungen“, lädt Schaunig dazu ein, auch weiterhin Feedback oder Anregungen zu geben.

Erste Maßnahmen

Erste Maßnahmen sind bereits umgesetzt: Kulturschaffende können etwa Rechtsberatungstermine und Social-Media-Workshops in Anspruch nehmen. Zudem wurde in Kooperation mit der Kärnten Werbung ein zentrales Online-Portal für Veranstaltungen eingerichtet. Überhaupt soll die Zusammenarbeit mit dem Tourismus gestärkt werden – unter anderem mit Vernetzungsveranstaltungen sowie durch die Integration von Kunst- und Kulturangeboten in touristische Pakete. Bereits laufende Maßnahmen umfassen eine jährliche Kunst- und Kulturkonferenz, die neue Homepage der Kulturabteilung mit integriertem Veranstaltungskalender sowie die Erfassung von Räumlichkeiten für Kunst und Kultur im ganzen Land – in Kooperation mit der Interessengemeinschaft der Kulturinitiativen in Kärnten/Koroška (IG Kikk).

Die IG Kikk war ebenso wie das Kärntner Kulturgremium intensiv in die Erarbeitung der Kulturstrategie eingebunden. „Es war eine sehr positive Erfahrung, dass sich das Land Zeit für die Kultur genommen hat. Wir konnten uns einbringen und auch kritische Fragen stellen“, betont Angelika Hödl. Und Mika Palmisano von der IG Kikk freut sich unter anderem über das „Bekenntnis zur freien Szene und zur Diversität als Basis für Kulturarbeit.“

Forderung des Rechnungshofes

Nicht zuletzt kommt die Kulturstrategie einer langjährigen Forderung des Rechnungshofes nach. Der Prozess wurde von der Münchner Agentur Actori begleitet. Ursprünglich waren 510.000 Euro veranschlagt, tatsächlich wurden bislang 283.000 Euro ausgegeben, weil „wir weniger Termine gebraucht haben als ursprünglich angenommen“, erklärt Kulturabteilungs-Leiterin Brigitte Winkler-Komar.

Mit der Kulturstrategie legt Kärnten nun unter anderem ein Bekenntnis zur „Förderung und Vielfalt von Kunst und Kultur in Kärnten/Koroška in all ihren Ausdrucksformen“ ab, zu Slowenisch als Mehrwert einer zweiten Landessprache oder zur Umsetzung zielgerichteter Förderprogramme und Maßnahmen. Bis 2030 geht es nun an die Umsetzung, 2031 folgt eine externe Evaluierung: Der Grad der Umsetzung soll erhoben und in einem Evaluierungsbericht veröffentlicht werden.