Insgesamt 96 Spieler standen im Raster des Masters-Turniers von Madrid. Einige waren froh, überhaupt dabei sein zu können, andere hatten sich gewisse Ziele gesteckt und wieder andere träumten besonders groß. Am Ende sind mit Jannik Sinner und Alexander Zverev aber die beiden Topgesetzten übrig geblieben – sie duellieren sich heute (16.50 Uhr, Sky live) in der „Caja Magica“ um die begehrte Trophäe.
Die Ausgangslage könnte kaum unterschiedlicher sein: Zverev, der dank des verletzungsbedingten Fehlens von Lokalmatador Carlos Alcaraz endlich wieder einmal Finalluft schnuppern darf, muss schon einen Sterntag erwischen, will er Sinner ein Bein stellen. Die Statistik lässt für den Deutschen nichts Gutes erahnen: In den letzten acht Begegnungen mit dem Südtiroler schlich „Sascha“ stets als Verlierer vom Platz, der letzte Erfolg rührt aus dem Jahr 2023. Wenn etwas für den 29-Jährigen spricht, dann dass er das Turnier schon zweimal (2018, 2021) gewinnen konnte.
27 Siege und nur zwei Satzverluste
Wenn man dem die zuletzt brutale Dominanz Sinners entgegenhält, sind das aber zwei sehr dünne Strohhalme, an denen sich Zverev festhalten kann. Denn der Italiener eilt seit vergangenem Herbst quasi von Sieg zu Sieg: Nach den Titeln in Peking und Wien (Ende November kam noch der zweite Triumph bei den ATP Finals dazu) startete er in Paris seine unglaubliche Masters-Serie: Es folgten saisonübergreifend die Trophäen in Indian Wells, Miami sowie Monte Carlo – gewinnt der Weltranglistenerste heute auch erstmals in Madrid, wäre es also der fünfte Streich in Folge und ein noch nie dagewesener Erfolgslauf. Nicht minder beeindruckend: Sinner hält auf Masters-Ebene jetzt bei 27 Siegen in Folge und hat dabei nur zwei Sätze abgegeben. Einen anderen Rekord hat der 24-Jährige aus Sexten bereits mit dem Finaleinzug verbucht: So ist er der jüngste Spieler, der es bei allen neun Masters-Events zumindest ins Endspiel geschafft hat.
Das heutige Madrid-Finale könnte zugleich einen Vorgeschmack auf die restliche Tennissaison bieten. So verhärten sich die Gerüchte, dass Alcaraz nicht nur für die French Open, sondern womöglich für die gesamte Saison ausfallen könnte. Wie heikel eine Handgelenksverletzung sein kann, haben in der Vergangenheit die Beispiele Dominic Thiem oder auch Juan Martin del Potro gezeigt. Klar ist, dass man im Team des Spaniers, das die genauen Details der Verletzung geheim hält (spanische Medien vermuten eine Sehnenscheidenentzündung), im Hinblick auf die weitere Karriere nichts riskieren will. Daher steht zumindest auch ein Start in Wimbledon auf wackligen Beinen. Sollte Alcaraz tatsächlich für den Rest von 2026 passen müssen, wäre der Weg für seinen Erzrivalen frei zur großen Aufholjagd. Denn im Gegensatz zu „Carlitos“ (7) hält Sinner „erst“ bei vier Grand Slams ...