Der SK Sturm hat in der vergangenen Saison mit einem 4:2-Heimsieg in der 30. Runde die Salzburger aus dem Titelrennen genommen. Ein Jahr später kommt es abermals in der 30. Runde zum Duell der Meister der vergangenen zwölf Jahre, diesmal in Wals-Siezenheim. Heute können sich die Mannschaften nicht aus dem Titelrennen nehmen, ein Sieg der Schwarz-Weißen würde die Titelchancen der Festspielstädter allerdings stark minimieren. Mit einer Punkteteilung ist keinem Team geholfen. Daher sprechen alle Protagonisten von einem Sieg, den es zu holen gibt.
Da ist Gizo Mamageishvili keine Ausnahme. Der Georgier kommt immer besser in Form und lieferte in den jüngsten beiden Partien zwei Assists. Gegen den LASK (1:1) wurde der 23-Jährige im Strafraum gefoult, gegen die Wiener Austria (1:1) lenkte er den Ball zu Torschützen Paul Koller. „Das war okay, aber die Ergebnisse haben leider nicht gepasst“, sagte Mamageishvili und erklärte: „Ich war schon nahe dran an meinem ersten Tor, aber leider ist es nicht gelungen. Ich denke, jetzt wäre wirklich ein guter Zeitpunkt, dass ich treffe und wir auch gewinnen.“
Mamageishvili hat aktuell eine Rolle eingenommen, die für ihn noch gar nicht vorgesehen war. „Der Plan war, ihn im Winter zu holen, ihn aufzubauen, damit er im Sommer eine Bereicherung für uns ist. Er zeigt aber, dass er es jetzt schon kann“, sagt Trainer Fabio Ingolitsch und erklärt die Vorzüge seines Spielers: „Er hat eine extrem gute Basistechnik und eine sehr gute Schusstechnik. Ich würde mir wünschen, dass wir die noch viel öfter zu sehen bekommen und er damit seine Gefährlichkeit und seine Effizienz erhöht. Das kann seine ganz große Waffe werden.“
Seine fußballerischen Qualitäten hatte man einst beim SK Sturm erkannt. „Ich habe gesehen, was er kann. Aber ich wollte mir ein Bild vom Menschen Mamageishvili machen und bin damals nach Georgien geflogen“, erzählt Sport-Geschäftsführer Michael Parensen. Dort hat er einen aufgeweckten 23-Jährigen erlebt, ganz anders als sein Landmann Otar Kiteishvili. Mamageishvili lacht und sagte zu den Unterschieden zwischen ihm und Kiteishvili: „Otar und ich sind gute Freunde geworden. Was ich über ihn sagen kann: Er ist ein absoluter Leader, aber er ist auch ein sehr sehr ruhiger Typ. Ich bin etwas anders, aufgeweckter und rede gerne.“ Seine positive Ausstrahlung ist allgegenwärtig. „Er fühlt sich in Graz richtig wohl“, weiß auch Ingolitsch.
„Ich kann mich bei Sturm gut entwickeln. Für mich persönlich war es bisher schon ein Erfolg da zu sein, jetzt hoffe ich, dass es noch besser wird“, spielt er auf den Meistertitel an. Es wäre seine dritte Meisterschaft, nach zwei Titeln mit Iberia 1999 in Georgien, wo er vor dem Wechsel nach Graz Kapitän war. Den ersten holte er noch gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Otar. Dieser ging im Jänner 2025 nach Portugal zu Famalicão. Ein Jahr später wechselte Gizo nach Graz und feierte mittlerweile auch sein Debüt in der Nationalmannschaft, sein Bruder nicht. Auf die Frage, wer von beiden die bessere Entscheidung hinsichtlich des neuen Klubs getroffen hat, sagte Gizo grinsend: „Ich denke, ich.“ Sein Bruder kommt beim portugiesischen Erstligisten nur sporadisch zu Einsätzen.
Dass er heute in der Sartformation steht, ist wahrscheinlich. Erstens, aufgrund seiner aktuellen Form und zweitens, weil mit ihm auch sein Landsmann besser wird. Denn Otar Kiteishvili ist stärker, sobald er mit einem technischen starken Spieler kombinieren kann. „Wir sind absolut bereit für die letzten drei Spiele, körperlich und mental“, sagt er voller Optimismus, der ein hartes Duell mit den Bullen erwartet.