Endlich Mai, der erste Monat ohne r. Ich erwarte ihn Jahr für Jahr mit großer Sehnsucht und habe wie immer die ersten Tage des Monats dazu genutzt, im Garten tüchtig barfuß zu gehen; nicht zuletzt deshalb, weil derlei die pünktliche Ankunft meines obligatorischen Maischnupfens garantiert.

Ansonsten ist mir aufgefallen, dass  die Stadt dieses Wochenende wie frisch ausgeleert wirkt; der erste Verlängertes-Wochenende-Exodus Richtung Süden, Meer und gegrillten Tintenfisch hat eingesetzt. Und drei weitere stehen noch an, hurra!

Hätte man sonst keine Hinweise darauf, dass Frühjahr und Urlaubssehnsucht endgültig ihren Höhepunkt erreicht haben, könnte man sich immer noch auf die heimischen Autofahrerklubs verlassen, die um diese Zeit alle Jahre wieder zuverlässig darauf hinweisen, was an Mautkosten, Ausrüstung, Geschwindigkeitslimits und sonstigen Verkehrsregeln zu beachten ist, wenn man Nachbarländer mit dem Auto bereist. Ein guter Service, finde ich; studierenswert, gescheit und hilfreich, wenn auch nicht ganz lückenlos umgesetzt.

Ein fahrbahnbreites X

Ich war nämlich schon vor ein paar Wochen auf einem Tagesausflug im befreundeten Ausland, fuhr über Landstraßen, freute mich über den Sonnenschein sowie an Löwenzahn- und Apfelblüte, als mir auffiel, dass an Straßenkreuzungen oft ein fahrbahnbreites X auf den Asphalt gemalt war, was mich dazu bewog, die betreffenden Bereiche jedes Mal leicht gebremst zu überqueren. Sollte ich Vorrang geben? Besondere Vorsicht walten lassen? Man weiß ja nicht.

Nach ein paar Mal überholte mich laut hupend ein hinter mir fahrender Ortsansässiger, der den Sonntagnachmittag dazu nutzte, es wahnsinnig eilig zu haben. Das reichte ihm aber noch nicht. An der nächsten roten Ampel sprang er aus seinem Wagen, um mich in seiner Landessprache mit einem erregt klingenden Wortschwall zu überziehen, der, glaube ich, NICHT „Ich freue mich ausnehmend über Ihren Besuch in meinem schönen Land und komme gut damit zurecht, dass Sie unsere hiesigen Straßenverkehrszeichen mit besonderer Vorsicht behandeln“ bedeutete. Dann brauste er davon.

Das nächste Mal, wenn ich ins Ausland reise, setze ich mir beim Autofahren einen Hut auf. Meines Wissens gilt das nach wie vor für alle anderen Verkehrsteilnehmer als Warnzeichen. Auch international, obwohl – siehe die oben erwähnte Lücke in der Auslandsinformation der Autofahrerklubs – auf den Webseiten von ARBÖ und ÖAMTC darüber rein gar nichts zu finden ist.