Beate Meinl-Reisinger ist überzeugt: „Die Anhebung des Pensionsalters wird passieren, auch weil eine Mehrheit der Bevölkerung dafür ist“, sagte die Neos-Chefin zur Kleinen Zeitung. Die Aussage hat auch in unserem Forum für hunderte Reaktionen gesorgt – ablehnende wie unterstützende.
Auf politischer Ebene reagierte die FPÖ per Aussendung. Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch attestierte der Außenministerin „Kaltschnäuzigkeit, die ihresgleichen sucht“ und sieht einen „Anschlag auf unser bewährtes Pensionssystem“.
Ludwig gegen Anhebung
Eine Absage erteilte auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig bei seiner Rede auf dem Maiaufmarsch, wenn auch in milderen Worten. Er sei gegen eine Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters, da gerade die Angleichung des Frauenpensionsalters stattfinde und zu mehr Arbeitslosigkeit im Alter führe.
Doch was sagen die Umfragen in Österreich? Einheitlich sind sie nicht. Eine größere, repräsentative Gallup-Umfrage zeigte zwar, dass 81 Prozent glauben, dass das Arbeitsleben länger wird, ein Antrittsalter von 67 Jahren wollen aber nur 27 Prozent. Da wurde nach einem konkreten Antrittsalter gefragt.
Unterschiedliche Studienlage
Bei einer Umfrage des „Zielgruppen Büro“ antworteten sogar 84 Prozent, dass sie gegen ein höheres Antrittsalter sind. Dabei wurden aber nur Personen bis 64 Jahre befragt, keine Pensionistinnen und Pensionisten. Laut dem Eurobarometer steht es dagegen 50:48 für ein höheres Antrittsalter, allerdings wurden da wiederum auch Personen im Pensionsalter angerufen, die mehrheitlich für ein längeres Arbeiten eintraten.
Interessant ist allerdings eine weitere Studie aus dem Jahr 2019, die von der Plattform „seniors4success“ durchgeführt wurde. Die Fragestellung dabei war nicht das gesetzliche Antrittsalter, sondern ob die Befragten über das Pensionsalter hinaus arbeiten wollen, wobei dies auch ehrenamtliche Tätigkeiten inkludierte. Bei dieser Umfrage antworteten zwei Drittel, dass sie auch in der Pension weiterhin tätig bleiben wollen.