Dort, wo sonst die Stars des alpinen Weltcups trainieren, zeigten heuer zwei Oberkärntnerinnen eindrucksvoll auf: Auf der Reiteralm, in der Region Schladming-Dachstein, gingen die Alpinen Skiweltmeisterschaften der Masters über die Bühne – und wurden zur Bühne für große Erfolge aus Spittal. Hana Kumnig (72) krönte sich dabei zur Weltmeisterin im Super-G und holte zusätzlich Bronze im Riesentorlauf. Für sie war es ein ganz besonderer Moment: ihr erster Weltmeistertitel überhaupt.
Elisabeth Kabusch (74) stand ihr um nichts nach und sicherte sich Gold im Riesentorlauf. Gemeinsam sorgten die beiden Spittalerinnen für ein starkes Ausrufezeichen im internationalen Masters-Skisport. Abgerundet wurde das erfolgreiche Abschneiden durch Top-Platzierungen im abschließenden Weltcup-Riesentorlauf: Kabusch fuhr auf Platz eins, Kumnig wurde Zweite, Andreas Tschernutter komplettierte das starke Oberkärntner Ergebnis mit Rang drei. Insgesamt ein herausragendes Resultat für den Oberkärntner Skisport.
Leidenschaft kennt kein Alter
Die Masters-Weltmeisterschaft ist kein gewöhnlicher Bewerb: Startberechtigt sind Athletinnen und Athleten ab 30 Jahren, eingeteilt in Altersklassen zu jeweils fünf Jahren. Gefahren werden – wie im Weltcup – die Disziplinen Slalom, Riesentorlauf und Super-G. Rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt waren heuer am Start. Für Kabusch ist der Erfolg das Ergebnis jahrzehntelanger Leidenschaft: „Ich betreibe diesen Masters-Rennlauf schon mehr als 30 Jahre. Es ist nicht mehr so leicht, wenn man älter ist. Man muss viel trainieren. Umso größer ist dann die Freude über den Erfolg.“
Dass hinter den Erfolgen viel Einsatz steckt, wird schnell klar. Trainiert wird regelmäßig, organisiert über den Landesskiverband, oft auch auf Kärntner Pisten. „Das ist reines Hobby“, sagt Kabusch. „Wir bekommen nichts bezahlt. Aber wir wollen das, nicht zuletzt um uns fit zu halten.“ Die Masters-Szene ist international organisiert: Neben der Weltmeisterschaft gibt es eine Rennserie mit zahlreichen Bewerben weltweit. Wer in die Gesamtwertung kommen will, muss mehrere Rennen bestreiten.
Vorbilder für ein aktives Leben
Gefahren wird dabei oft auf anspruchsvollen Strecken, teils sogar auf jenen, die auch im Weltcup genutzt werden. „Man ist schon stolz, wenn man sagen kann, dass man mit mehr als 70 Jahren dort fährt, wo die Aktiven unterwegs sind", so Kabusch weiter. Mit 74 Jahren und 72 Jahren zählen die Spittalerinnen zu den älteren Starterinnen im Feld und gleichzeitig als Beispiel dafür, was sportliche Aktivität leisten kann. Neben dem Skifahren gehören auch andere Sportarten und ganzjähriges Training dazu. Der Lohn dafür sind nicht nur Medaillen, sondern auch die Freude am Sport.