Autohändlerinnen und -händler haben schon länger damit gerechnet, jetzt ist es soweit. Um dem Budgetdefizit Herr zu werden, haben sich die Regierungsparteien im Zuge des Doppelbudgets auf das Ende einer zentralen steuerlichen Begünstigung bei Firmenautos geeinigt, die weitreichende Folgen haben dürfte.

Wer derzeit ein Dienstauto vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt bekommt, das auch privat genutzt wird, muss eben diese Nutzung als Sachbezug versteuern. Bei klassischen Verbrennern liegt dieser Wert bei monatlich zwei Prozent der Anschaffungskosten, für besonders effiziente Fahrzeuge sind es 1,5 Prozent. E-Autos waren von dieser Regelung bislang ausgenommen. Wie der „Standard“ berichtet, wird genau diese Ausnahme nun fallen. Der zu versteuernde Wert für E-Autos soll langsam ansteigen und im Jahr 2028 bei 0,75 Prozent zu liegen kommen. Im ersten Jahr soll das 75 Millionen Euro in die Staatskassen spülen, 2028 verspricht man sich bereits 160 Millionen von der Maßnahme.

Das könnte teuer werden

Die steuerliche Gleichsetzung der Nutzung von Verbrenner und E-Auto ist gerade in budgetär schwierigen Zeiten ein durchaus gerechter Schritt. Denn ein privat genutztes Dienstauto ist, unabhängig vom Antrieb, Teil des Einkommens und ein Privileg jener, die meist ohnehin gut verdienen.

Die bisherige Ausnahme hatte jedoch durchaus lenkende Effekte, entschieden sich doch viele Arbeitgeber und Dienstnehmer weniger wegen der Praktikabilität, sondern genau wegen des Steuervorteils für Elektromodelle, während die hohen Anschaffungskosten Privatkäufer bislang eher abgeschreckt haben. Das Wegfallen dieses Anreizes hätte einen ordentlichen Dämpfer für die E-Mobilität zur Folge, zeigen sich Branchenkenner überzeugt.

Genau das könnte dem Staat teuer zu stehen kommen. Von einer Einhaltung der EU-Vorgabe, wonach Österreich seinen Treibhausgasausstoß bis 2030 um 48 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 reduzieren muss, sind wir bereits jetzt weit entfernt. Die Folge wäre ein zwingender Kauf milliardenschwerer Emissionszertifikate von anderen EU-Staaten, die ihre Zielvorgaben erfüllen. Geht die E-Mobilität im großen Bereich der Firmenfuhrparks zurück, wird dieses budgetäre Horrorszenario umso realistischer. Die Regierung muss gegensteuern und klimaschädliche Subventionen wie Dieselprivileg und Co. zurück- sowie die Ladeinfrastruktur hochfahren, damit die Anreize für elektrisches Fahren überwiegen. Geschieht das nicht, wird es teuer – für uns alle.