Zwei amerikanische „Milliardäre“ versprachen günstigen, aber exquisiten Schmuck. Ihre Kunden in der Steiermark fühlen sich betrogen – laut Anklage um 830.000 Euro. Der derart hochkarätig besetzte Betrugsprozess wurde diese Woche in Graz fortgesetzt.
Angeklagt und erneut vor Gericht standen zwei US-Amerikaner und ihr steirischer Vermittler sowie dessen Mutter. Der eine Amerikaner bezeichnet sich als „Milliardär und Juwelier in zehnter Generation“. Sein Geschäftspartner ist Designer. Am Wert des Schmuckes besteht aber erheblicher Zweifel. Ein Gutachter taxierte eine angeblich 70.000 Euro teure Preziose mit schnöden 9.445,43 Euro Goldwert.
Angeklagte fühlen sich als Betrogene, nicht als Betrüger
Die Angeklagten fühlen sich selbst betrogen, haben sie doch einen Schuldschein der steirischen Kunden über 830.000 Euro. „Diesen Schuldschein haben wir nie unterschrieben“, sagt eine Frau als Zeugin, „der ist gefälscht.“ Staatsanwältin Alexandra Ibler wirft den Angeklagten schweren gewerbsmäßigen Betrug vor. Sie hätten gefälschte Gutachten verwendet und das falsche Versprechen abgegeben, den Schmuck jederzeit zum Einkaufspreis zurückzukaufen.
„Wo aber sind die 830.000 Euro wirklich hin?“, fragt sich nicht nur Richter Andreas Lenz, als ein geprellter Zeuge aussagt. Er erzählt davon, wie er seinen gekauften Schmuck bei einem Londoner Auktionshaus hätte weiterverkaufen sollen. Fest steht laut einem Verteidiger: „Da passt nix zusammen.“ Auch deshalb: vertagt.