Heimische Arten bedrohtIn Österreichs Gärten werden die Schmetterlinge gezählt

Die Hälfte aller heimischen Schmetterlingarten ist bedroht. Wie Sie bei der Zählung mitmachen und Lebensraum für die wunderschönen Falter schaffen können.

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Bluehendes Oesterreich und GLOBAL 20000 praesentieren Ergebnisse der Schmetterlingszaehlung in heimischen Gaerten
Der Kaisermantel war im Vorjahr am zweithäufigsten vertreten © Andreas Waltschek
 

Schmetterlinge sind österreichweit erheblich gefährdet: Rund 50 Prozent aller heimischen Tagfalter gelten als bedroht, einige der wichtigen Bestäuber sind bereits aus unseren Gärten verschwunden. Die REWE-Stiftung Blühendes Österreich und Global 2000 riefen am Dienstag zur jährlichen Zählung (2. bis 25. Juli) in Gärten, auf Balkonen und Terrassen auf. Die mittels Schmetterlings-App erfassten Daten seien ein wichtiger Beitrag für die Forschung.

Auch bekannte und häufige Arten werden hierzulande immer seltener. Ein Beispiel ist der Segelfalter aus der Familie der Ritterfalter. Seine Raupen leben ausschließlich an verholzten Rosengewächsen wie zum Beispiel Schlehe, Weißdorn, Zwetschke, Mandel oder Felsenkirsche. Der Falter wird daher in den alpin geprägten Teilen Österreichs nur wenig gefunden. Aber auch im Osten und Süden ist die Art vielerorts selten geworden.

Wohnraum wird immer enger

Der Wohnraum für heimische Schmetterlinge wird immer enger. Rund 60 Prozent artenreicher Blühwiesen sind in den letzten drei Jahrzehnten Monokulturen, Trockenlegungen und Versiegelungen zum Opfer gefallen. In den Gärten verdrängt der Kirschlorbeer – wertlos für Schmetterlinge und andere Insekten – einheimische Gehölze und Sträucher. Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich: "Deshalb zählt jeder einzelne naturnahe Garten, in dem die flatternden Schönheiten unbeschwert gaukeln können."

"Neben heimischen Nektarpflanzen und Futterpflanzen für die Raupen, ist ein giftfreier Garten Voraussetzung dafür, dass sich Schmetterlinge wohlfühlen", weiß Agnes Zauner, Geschäftsführerin bei Global 2000 und verweist auf die Initiative "Nationalpark Garten": Diese schafft Rückzugsorte für die Natur. 

Im Sommer 2020 haben mehr als 1400 Freiwillige im Rahmen der Aktion "Zeig' her deinen Schmetterlingsgarten" in ganz Österreich mitgemacht und 15.591 Schmetterlinge in der Citizen Science-App "Schmetterlinge Österreichs" gemeldet. Auf Platz Eins flatterte das Große Ochsenauge, auf Platz zwei und drei der Kaisermantel und das Schachbrett.

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Irgendeiner
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Naja,find ich eine nette Idee,der Befund des Rückgangs

ist empirisch,europaweit,allerdings glaub ich daß Laien bei der Bestimmung fliegender Falter vielfach überfordert sind und man erhebt so nur Tagfalter die gut zu bestimmen sind,wieviele Pieridaen im Flug auseinanderhalten können weiß ich nicht und das Gros der nachtaktiven Falter bleibt damit außen vor.Ist eine nette Idee und besser als nichts,aber was wir bräuchten wären Populationsuntersuchungen durch Fachbiologen und das würde Geld kosten das wir lieber in sinnfreie Pressekonferenzen stecken und das Problem besteht schon lang,schon vor den unmöglichen Kurzregierungen.Und Lepidoptera sind ohnehin zumeist gut sichtbar, wir bräuchtens auch bei weitaus unauffälligeren Spezies,aber das erlebt man wohl nicht mehr,da bräuchte es politisch Verantwortliche mit Tau.Erst in der Ödnis wird man dann schreien.