BienengartenSo wird Ihr Garten zum summenden Paradies

Biogärtnerin Angelika Ertl gibt Tipps, wie man die fleißigen Helferlein und all ihre nützlichen Freunde in den Garten lockt.

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The bee pollinates the lavender flowers. Plant decay with insects.
The bee pollinates the lavender flowers. Plant decay with insects. © (c) kosolovskyy - stock.adobe.com (Kosolovskyi Vasyl)
 

Ob im TV als fleißiger Gegenpart zum faulen Willi, als Maskottchen für heranwachsende Sparer oder als Soundtrack an einem Sonntagnachmittag – Bienen sind unverzichtbar. Das lässt sich, ganz summa summarum, auch in Zahlen belegen: 80 bis 90 Prozent aller Pflanzen sind von der Bestäubung durch Bienen abhängig und laut Umweltdachverband beträgt deren Wert in der landwirtschaftlichen Produktion allein in Österreich rund 525 Millionen Euro.

Und damit die fleißigen Nützlinge genügend Anlaufstellen haben, kann jeder einen Beitrag leisten. Wie genau, das erklärt Biogärtnerin Angelika Ertl: „Bienen kann man mit ihrem Hauptnahrungsmittel, den Blüten, anlocken. Man sollte sich bemühen, dass es im jahreszeitlichen Verlauf immer viele gibt und der Pollen auch für Bienen leicht zugänglich ist wie zum Beispiel bei Rosen.“

© MICHAEL HOCHFELLNER PHOTOGRAPHY
© MICHAEL HOCHFELLNER PHOTOGRAPHY Foto © (c) Michael Hochfellner Photography

Zur Person

Gartenexpertin und ORF-Gärtnerin Angelika Ertl widmet sich in ihrem neuen Buch den Kräutern und zeigt, wie sie helfen, gesund zu bleiben.
Angelikas bunte Kräuterwelt, Oliva-Verlag, 320 Seiten 38,50 Euro.

Viele Blüten im Lauf des Jahres

In diesem Verlauf machen, ganz grob skizziert, die Zwiebelpflanzen im Frühjahr den Anfang, gefolgt von den Frühlingssträuchern, die Rosen blühen dann in Mai und Juni. Darauf bietet sich schon die Sommerwiese als reichlich gedeckter Gabentisch für Bienen. Im Herbst sind spät blühende Gehölze eine der letzten Anlaufstellen für die Nützlinge.

Gemüse in Blüte gehen lassen

Ein weiterer Tipp der Expertin lautet: Gemüse ausblühen, also in Blüte gehen, zu lassen. „Ich lasse jedes Jahr meine Karotten ausblühen. Das ist tolle Bienennahrung.“ Um den Garten in ein summendes Paradies zu verwandeln, kann man auch einen Teil des Rasens „opfern“ und eine Wildblumenwiese anlegen.

Freunde der Bienen

  • Löwenzahn
  • Salbei
    Obstbäume
  • Gehölze, die schon im Sommer blühen wie der„Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch“
  • Bienenesche
  • Herzgespann
    Nützlingshotels aufstellen

Für die Bienenwiese:
Unter dem Motto „Gemeinsam die Vielfalt retten“ verteilt Spar am Weltbienentag Bio-Saatgut.

Im Rahmen des Projekts „BioBienenApfel“ kann man bei Frutura Gratis-Samen bestellen: frutura.com/biobienenapfel/samenbestellung

Spezielle Blumenmischungen sind im Handel erhältlich, diese sollte man am besten bei lokalen Anbietern kaufen und auf die Bodenverhältnisse abstimmen. „Wildblumenwiesen brauchen mageren Boden. Beim Einsäen die Grasnarbe mit einem Spaten abheben und die frei gewordene Fläche mit einem oder zwei Liter Sand oder Kies pro Quadratmeter mischen“, so Ertl, die an Gärtner appelliert, im Übereifer nicht jeden Grashalm zu trimmen. Nicht nur, dass man die Bienen mit bunter Vielfalt in den Garten lockt, es ist auch ein Zeichen an die Nachbarn, das „ansteckend“ wirkt.

Feinde der Bienen

  • Rasenmäherund-trimmer-
  • Ordnungsliebe der Menschen, viele wollen einen grünen „Rasen-Teppich“
  • Versiegelung der Böden
  • chemische Spritzmittel. Ertl:„Neonicotinoide sind der Tod für die Bienen. Vor allem, weil viele nicht wissen, wie man sie richtig dosiert."


Kommentare (1)
petera
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Lesenswert?

Es ist traurig zu sehen

Wie jedes Frühjahr der Kampf gegen die Natur mit Rasenmäher(Traktor), Motorsense & Co beginnt. Wöchentlich werden Rasenflächen, teilweise ganze Wiesen zu Tode gemäht.

Mir kommt vor, dass es in den letzten Jahren schlimmer geworden ist, da fast jeder schon einen Rasenmäherteaktor hat und beim mähen auch noch sitzen kann.

Grüne Wüsten soweit das Auge reicht. Leider sind die Gemeinden bei den Allgemeinflächen auch nicht besser.