Weil ihm die Leidenschaft für Pflanzen buchstäblich über den Kopf wuchs, kaufte Bernhard Strohmaier 2007 ein eigenes Gartengrundstück in der Oststeiermark. Im Laufe der Jahre sollte hier auf rund 2,5 Hektar einer der wohl außergewöhnlichsten Gärten des Landes entstehen. Vor zehn Jahren erwarb er dann auch den Rest der ehemaligen Landwirtschaft und machte sich behutsam daran, einem baufälligen Bauernhaus neuen Glanz zu verleihen.

Mehr als 240 Jahre hat es bereits auf dem Buckel. Und „es erzählt von einer bewegten Geschichte“, schildert der Hausherr. Zeichen eines Brandes waren zu erkennen, die Feuchtigkeit war in die Mauern gekrochen und die etwa 100 Quadratmeter hatte man nach den Bedürfnissen mehrköpfiger Familien in mehrere kleine Räume aufgeteilt. „Wir wussten nicht, was uns bei der Restaurierung erwartet.“ Mehr als einmal kamen ihm Zweifel, doch aufgeben wollte er das alte Haus auf keinen Fall.

Das Dach trägt nun neben den ursprünglichen Biberschwanzziegel auch sogenannte „Wiener Taschen“
© (c) © oliver wolf

So wurde es Stück für Stück revitalisiert – die Mauern wurden trockengelegt, die beschädigten Ziegel ersetzt und die Wände dann teils unverputzt belassen. Die alten Holztram und -decken im Innenraum wurden abgeschliffen und gelaugt, die Kamine stillgelegt. Eine Luft-Wärmepumpe sorgt jetzt für die nötige Heizleistung, wenn der Garten in den Winterschlaf fällt und das Gebäude in der kalten Jahreszeit weniger oft genutzt wird. Das Dach trägt nun neben den ursprünglichen Biberschwanzziegel auch sogenannte „Wiener Taschen“.

Aus vielen kleinen Räumen wurde ein großer, zentraler Lebensraum
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Beim Entfernen der Trennwände kamen schöne Bogenfenster zum Vorschein, die heute zum gemütlichen Ambiente des großen, zentralen Wohnraums in Bernhard Strohmaiers Datscha beitragen. Haushund Paris fühlt sich sichtlich wohl und streckt sich auf dem roten Bettsofa aus. Es ist nicht sein einziger Lieblingsplatz, denn wie im Haupthaus breitet sich auch im restaurierten Stall mit Tonnengewölbe, in dem früher auf rund 85 Quadratmetern Kühe und Schweine gehalten wurden, ein weicher Teppich unter dem Esstisch aus.

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Exotengarten

Tritt man aus der „Stalltür“, gelangt man auf die Kiesterrasse, auf der gerade ein Pfau ein Rad schlägt. Es ist einer von sieben, die sich gern rund um die Teakmöbel und den blauen Kaktus – ein Kunstwerk aus Marrakesch – scharen. Mächtige Palmen verleihen dem ehemaligen Stallgebäude den Charakter einer spanischen Finca. Yuccapalmen sind nicht die einzigen winterharten Exoten, die Bernhard Strohmaier in seinem Hanggarten versammelt. Kakibäume gedeihen neben Agaven, Lotos, immergrünen Magnolien, Zistrosen, Kaktusfeigen und Granatapfelbäumen. Hanfpalmen wedeln neben Jujube und Eukalyptus im Wind.

Tritt man aus der „Stalltür“, gelangt man auf die Kiesterrasse, auf der gerade ein Pfau ein Rad schlägt
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Leise raschelt es im Bambushain. Urzeitlicher Riesenschachtelhalm findet sich neben zart blühenden Seidenbäumen und blauvioletten Seerosen. Mehr als 1700 verschiedene Taglilien, 400 unterschiedliche Iris und 25 Feigenarten gedeihen in dem Exotengarten nahe Gleisdorf. Ein stetig wachsendes Projekt, in dem die Datscha nun einen beständigen Kern bildet.

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