Pelargonien, Petunien, Tagetes und Zinnien waren gestern, Hirsch-Haarstrang, Quirl-Salbei, Milder Mauerpfeffer, Teufelsabbiss oder Nickendes Perlgras sind neuerdings gefragt. Alleine die deutschen Namen machen schon neugierig. Was lange Jahre nur im Biologieunterricht oder in Pflanzenlexika zu finden war, ist nun salonfähig geworden. Verkehrsinseln ergrünen mit Wildpflanzen, Blumenbeete im Garten erfreuen mit robusten heimischen Blüten und selbst in der Stadt findet man sie in alternativen Balkonkisterln.

Oft scheitern Blumenfreunde, weil sie die Vorlieben der heimischen Wildpflanzen nicht kennen. Wer beispielsweise eine Packung Blumenwiesensamen einfach in eine Wiese streut und nun auf die üppige Sommerblüte wartet, wird enttäuscht sein, denn da kommt nichts.

Das brauchen Wildpflanzen

Die heimischen Stauden und einjährigen Kräuter, vor allem jene in der Blumenwiese, benötigen einen absolut offenen, durchlässigen Boden, ohne von anderen Pflanzen bedrängt zu werden. Da heißt es zuerst einmal in die Hände spucken und die oberste Humusschicht mit dem Rasen abtragen, dann die Erde tiefgründig lockern und möglichst viel groben Sand einarbeiten. Und: niemals düngen!

Ebenso sind die robusten Wilden fürs Blumenbeet, für Kiesgärten oder für das Blumenkisterl geeignet. Genau da zeigen sie dann auch ihre Vorzüge, denn sie benötigen, wenn man sie in die richtige Erde gepflanzt hat (auch hier wieder viel mineralisches, also kiesiges Substrat), nur ein wenig Wasser – das war es. Und viele dieser Kisterln kommen jedes Jahr wieder, ohne dass man immer neu pflanzt.

Eine noch größere Bedeutung haben diese Wildpflanzen als unerschöpfliche Nahrungsquelle für die Insektenwelt. Dass manche auch noch als Gemüse in der Küche verwendbar sind, rundet die Sache vollends ab. Dazu haben Katrin und Frank Hecker ein praktikables Nachschlagwerk (Verlag Kosmos, 17,50 Euro) verfasst: „Kann ich das essen – oder bringt mich das um?“

Den Trend zu diesem Wildwuchs kann Elke Holzinger von wildeblumen.at nur bestätigen: „In der Coronazeit haben wir Hunderte Pakete verschickt, die Leute lieben das naturnahe Garteln.“ Warum die heimischen wilden Blumen so gefragt sind, ist für Holzinger, die gemeinsam mit drei Kolleginnen die Pflanzen anbietet, klar: „Sie sind robust, brauchen ganz wenig Pflege und sind ideal an unser Klima angepasst.“ Für die Biologin gibt es einige ganz besonders geniale Wildblumen.

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