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3,5 Milliarden Eurp pro WocheSo trifft der neue deutsche Lockdown die Wirtschaft

Lockdown lässt deutsches BIP lait Prognose jede Woche um 3,5 Milliarden Euro sinken. Forscher erwarten Rückschlag am Arbeitsmarkt .

© (c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)
 

Der gerade beschlossene Lockdown wird nach Auffassung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) volkswirtschaftlich teuer. "Jede Woche Lockdown dürfte rund 3,5 Milliarden Euro beim Bruttoinlandsprodukt kosten", sagte IAB-Forscher Enzo Weber am Montag. "Das wird die Beschäftigungsentwicklung in Deutschland noch einmal belasten", betonte Weber. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2019 in Deutschland etwa 3,44 Billionen Euro.

Der Arbeitsmarkt dürfte nach Webers Einschätzung dennoch insgesamt vergleichsweise robust bleiben. Mittlerweile lägen viele Erfahrungen mit Lockdown-Maßnahmen vor und es existierten umfangreiche staatliche Stützungsmaßnahmen. Die bevorstehende Impfstoffzulassung gebe eine Perspektive auf ein Ende der akuten Corona-Phase. "Viele Betriebe werden deshalb versuchen, ihre Beschäftigten zu halten. Dennoch wird es einen Rückschlag am Arbeitsmarkt geben", sagte Weber.

Trotz Lockdowns "keine Rezession wie im Frühjahr"

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier geht trotz des harten Corona-Lockdowns ab Mittwoch unterdessen nicht davon aus, dass die Wirtschaft wie im Frühjahr einbricht. "Ich bin mir relativ sicher, dass wir eine Rezession wie im Frühjahr diesen Jahres diesmal nicht erleben werden", sagte der CDU-Politiker am Montag im Deutschlandfunk. "Es ist möglich, wenn wir klug vorgehen, auch jetzt noch einmal die wirtschaftliche Substanz des Landes zu bewahren."

Dazu gehörten Hilfsmaßnahmen, aber auch, dass die Einschränkungen nicht immer wieder verlängert werden müssten, "weil wir nicht mutig genug sind". Rückblickend sei die Politik mit den weniger harten Maßnahmen der vergangenen Wochen im Kampf gegen das Coronavirus zu mutlos gewesen.

Ab Mittwoch wird das öffentliche und private Leben in Deutschland nun drastisch heruntergefahren. Vom 16. Dezember bis mindestens zum 10. Jänner muss der Einzelhandel mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf schließen. Ein Lichtblick sei aber, sagte Altmaier, dass zuletzt in den allermeisten Fabriken weiter gearbeitet wurde - anders als im März, als viele Lieferketten unterbrochen waren. "Ich habe die Hoffnung, dass es uns in dieser zweiten Welle gelingt, einen kompletten wirtschaftlichen Stillstand zu verhindern", betonte er.

So lange die Infektionszahlen so stark stiegen wie zuletzt, werde es ohne staatliche Maßnahmen nicht gehen, sagte Altmaier. Er warnte davor, den Menschen ab Jänner wieder Erleichterungen in Aussicht zu stellen, von denen man nicht wisse, ob sie eingehalten werden könnten.

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