Letzter Handelstag des JahresPlus 39 Prozent in Wien: Internationale Börsen legten 2021 stark zu

Heimischer Leitindex schließt vor Silvester mit minus 0,51 Prozent bei 3861,06 Punkten. Insgesamt ging damit dennoch ein sehr starkes Börsenjahr 2021 zu Ende.

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Starkes Börsenjahr an den Aktienmärkten
Starkes Börsenjahr an den Aktienmärkten © (c) AP (Richard Drew)
 

Die Wiener Börse hat das zweite Coronajahr 2021 mit einem deutlichen Plus beendet, nachdem nach dem ersten Pandemiejahr noch ein Minus von 12 Prozent zu Buche gestanden war. Damit liegt der heimische Markt im internationalen Trend. An den meisten Börsen weltweit ging es heuer steil nach oben. Getrieben wurden die Kurse von dem starken globalen Konjunkturaufschwung und den massiven Hilfsprogrammen von Nationalstaaten und Notenbanken.

Der ATX ging mit einem Plus von 39 Prozent aus dem Handel, der ATX Total Return (inklusive Dividenden) verzeichnete im Jahresverlauf einen Gewinn von 44 Prozent, teilte die Wiener Börse am Donnerstag mit. Die jährliche Durchschnittsrendite des ATX TR liegt bei rund 7 Prozent.

Lexikon

Der ATX TR ist ein Performanceindex, bei dem die Dividendenausschüttungen miteinberechnet werden, während der ATX die reine Kursentwicklung ohne Dividenden widerspiegelt. Die Zusammensetzung der beiden Indizes ist ident.

International sind Kursindizes tendenziell häufiger anzutreffen als Performanceindizes. Der deutsche DAX ist beispielsweise ein Performanceindex, während der Dow Jones oder der Euro-Stoxx-50 Kursindizes sind.

Im Jahresverlauf ging es beim ATX im Grunde stetig nach oben. Das Jahrestief lag gleich zu Beginn 2021 bei rund 2.775 Punkten, das Hoch erreichte der ATX dann im November bei 3.961 Punkten. Zur 4.000-Punkte-Marke schaffte er es heuer aber nicht mehr, zum Jahresende ging der Leitindex etwas unter dem Hoch bei 3.861 Punkten aus dem Jahr.

Performancesieger im heimischen Leitindex waren der Leiterplattenhersteller AT&S mit einem Jahresplus von 70,31 Prozent, gefolgt von den beiden heimischen Großbanken Erste Group (plus 65,28 Prozent) und Raiffeisen Bank International (plus 55,28 Prozent). Auch Öl- und Energiewerte wie OMV (plus 52,42 Prozent), EVN (plus 49,05 Prozent) und Verbund (plus 44,50 Prozent) waren heuer bei den Investoren gefragt. Einziger Kursverlierer im ATX waren Schoeller-Bleckmann mit einem Jahresminus von 1,29 Prozent.

Börsenneuzugänge gab es heuer im prime market nicht, dafür gab es im 2019 eingeführten KMU-Segment der Wiener Börse, dem "direct market plus", etwas Bewegung. Neu in das Segment kamen im Jahresverlauf der deutsche Online-Wettenanbieter XB Systems, der Salzburger Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller Biogena sowie das niederösterreichische E-Mobilitätsunternehmen Kostad.

Auch international deutliche Zuwächse

Der deutsche DAX legte seit Jahresbeginn rund 16 Prozent zu und beendet das Jahr damit das neunte Mal in zehn Jahren im grünen Bereich. Der Wiener Leitindex ATX ging mit einem Plus seit Jahresbeginn um klare 39 Prozent aus dem Handel, der ATX Total Return (inklusive Dividenden) verzeichnete ein Jahresplus von 44 Prozent.

In Asien ging der Nikkei-Index in Tokio mit einem Jahresplus von 4,9 Prozent aus dem Handel, der Index steht damit so hoch wie seit 1989 nicht mehr. Im Vergleich zu den US-Börsen, wo die Technologiebörse Nasdaq auf ein Jahresplus von 22 Prozent zusteuert, ist der Zuwachs allerdings eher moderat. Auch der bekannteste US-Index, der Dow Jones Industrial Average, der am Freitag seinen letzten Handelstag hat, steht aktuell mit rund 20 Prozent im Plus.

Im kommenden Jahr dürfte das Umfeld für die Märkte zunehmend schwieriger werden, denn die Sorgen aus dem heurigen Jahr werden laut Analysten bleiben, während die fiskal- und geldpolitische Unterstützung weniger werden dürfte. Aufgrund der zunehmenden Ausbreitung der Omikron-Variante sind die weltweiten Infektionszahlen in den vergangenen sieben Tagen auf Rekordhöhen geklettert.

Neben der Pandemie wird auch die Inflation im kommenden Jahr ein großes Thema bleiben. Im November erreichte die Inflation heuer weltweit neue Rekordwerte mit 6,8 Prozent in den USA und 4,9 Prozent in der Eurozone im November. Die meisten Ökonomen sehen den Gipfel bei der Teuerung zwar schon überschritten, die internationalen Notenbanken geraten dennoch zunehmend unter Handlungsdruck.

Experten sehen ein Auseinanderdriften der Geldpolitik in der Eurozone und in den USA. Während die US-Notenbank Fed den Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik bereits für 2022 mit insgesamt drei Zinsschritten angekündigt hat, wird für die Europäische Zentralbank (EZB) noch keine Leitzinserhöhung erwartet. Die dürfte jedoch ihre Wertpapierkäufe zurückfahren.

Kommentare (1)
GanzObjektivGesehen
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0
Lesenswert?

Endlich einmal gute Nachrichten.

Wenigstens ein paar fleißige Menschen und Firmen, die durch die Pandemie keine finanziellen Einbußen hinnehmen müssen. Da sind auch jene Banken dabei, die gegen eine Ombudsstelle für Menschen mit Zahlungsschwierigkeiten sind.
Irgendwie habe ich ein seltsames Gefühl bei der Geschichte.....