360kompanyRatingagentur Moody's kauft Wiener Start-up

Die internationale Rating-Agentur Moody´s kauft 360kompany. Der Kaufpreis für das Regulierungs-Start-up wird erst nach der Finalisierung bekannt gegeben.

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Moody's kauft österreichisches Start-up
Moody's kauft österreichisches Start-up © dpa/Fredrik von Erichsen
 

Die heimische Start-up-Szene kann sich über den nächsten großen Deal freuen. Der Firmendatenanbieter 360kompany (Kompany) wurde zur Gänze von Moody's Analytics, der Analyse- und Firmeninformations-Tochter der Ratingagentur Moody's, übernommen. 360kompany mit Sitz in Wien stellt den Zugang zu Firmenbüchern und anderen Firmenregistern in über 200 Gerichtsbarkeiten her und ermöglicht so den Zuggriff auf aktuelle Firmendaten von mehr als 115 Millionen Unternehmen weltweit.

Der Kaufpreis soll erst nach dem Closing im ersten Quartal 2022 bekannt gegeben werden, sei aber einer der größten Exits bisher in der heimischen Start-up-Szene, sagten Berthold Baurek-Karlic, Präsident des European Super Angels Club und Russell Perry, einer der Firmengründer, am Freitag. Das 2012 gegründete Unternehmen 360kompany macht heuer mit 60 Mitarbeitern, der Großteil davon in Österreich, an die fünf Millionen Euro Umsatz, erwartet aber alleine kommendes Jahr eine Verdoppelung des Geschäfts.

Hilfreiche Bürokratie

Als "Regtec", also im Regulierungsbereich tätiges Technologieunternehmen, werden etwa Banken oder andere Finanzdienstleister mit dem aktuellen Stand der amtlich verfügbaren Daten in Unternehmensregistern versorgt. Das sei unerlässlich im Zusammenhang mit Compliance-Prüfungen und der Kontrolle gegen Geldwäsche, so Perry und Baurek-Karlic. In seinem spezifischen Segment sei 360kompany Weltmarktführer.

Die Rahmenbedingungen in Österreich mit einer strengen Regulierung seien für 360kompany hilfreich, um weltweit Zugang zu Registern zu bekommen. "Hier ist die strenge Bürokratie in Wahrheit hilfreich", so Baurek-Karlic mit einem Augenzwinkern. Jedenfalls wolle 360kompany das Geschäft Österreich weiter ausbauen. Von der Softwareentwicklung über das Produktmanagement bis zur Forschung seien die Kernkompetenzen in Österreich beheimatet.

Lukrativer Exit

Seit 2012 haben Gründer und Investoren 14 Millionen Euro in das Start-up 360kompany investiert. Auf den European Super Angel Club entfielen davon 2 Millionen, die heute einem Anteil von 6,5 Prozent entsprechen. Am Ende des Tages werden die Investoren der ersten Runde durch den Exit ihren Einsatz verachtfacht haben. Und viel von dem Geld werde wieder in die österreichische Start-up-Szene als neue Investition fließen, sagt Baurek-Karlic. Alleine deshalb sei so ein Verkauf wichtig für die österreichische Wirtschaft.

360kompany wurde 2012 von Russell Perry, Peter Bainbridge Clayton, Andrew Bunce und Johanna Konrad gegründet. Zu den Co-Investoren des European Super Angels Clubs zählen unter anderem Uniqa Ventures, Elevator Ventures (Raiffeisen Bank International), Global Brains, Ango Invest, Floor13 und Fairway Global Asset Management.

 

Kommentare (1)
Miraculix11
0
4
Lesenswert?

Den Kaufpreis kann sich jeder ausrechnen

Steht ja verklausoliert im letzten Absatz :-)