Coronakrise als Ursache 220 Millionen Euro Passiva: Eyemaxx Real Estate ist insolvent

Anleihen-Emissionsvolumen beträgt rund 140 Millionen Euro. Als Ursache für die Insolvenz wird die Coronakrise angegeben. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent geboten.

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Der internationale Immobilienentwickler Eyemaxx Real Estate hat einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt © Markus Traussnig
 

Der börsennotierte internationale Immobilienentwickler Eyemaxx Real Estate ist insolvent. Nach Angaben des KSV1870 und von Creditreform vom Donnerstag wurde beim Landesgericht Korneuburg ein Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Unterschiedliche Anleihen wurden begeben, das Emissionsvolumen beträgt laut KSV in Summe rund 140 Millionen Euro. Creditreform gab die Gesamt-Passiva mit etwa 220 Millionen Euro an.

Das Unternehmen ist im Bereich der Immobilienentwicklung tätig, als Kernmärkte gelten Österreich und Deutschland. Die Eyemaxx Real Estate AG fungiert nach Angaben der Kreditschützer als Holding mehrerer Tochter- und Schwestergesellschaften und hat ihren Sitz in Aschaffenburg in Deutschland. Die Leitung sowie die gesamte Verwaltung befinden sich jedoch in Leopoldsdorf im Bezirk Bruck a. d. Leitha. Das Unternehmen habe deshalb "den Mittelpunkt seiner hauptsächlichen Interessen in Österreich", woraus sich auch die Zuständigkeit des Landesgerichts Korneuburg ableite.

Eyemaxx Real Estate notiert seit 2011 im Standardmarkt der Frankfurter Wertpapierbörse. Im Jänner 2019 startete ein Zweitlisting an der Wiener Börse. Von der Insolvenz betroffen sind 65 Gläubiger und zwei Dienstnehmer, wie der KSV mitteilte.

"Verzögerungen bei Projektentwicklungen"

Als Insolvenzursache genannt wurde die Coronakrise. Dadurch sei es bei mehreren Projektentwicklungen zu Verzögerungen gekommen. Lieferketten seien gestört gewesen, weiters sei es zu Problemen direkt auf den Baustellen durch Abstandsregeln und Reisebeschränkungen der Bauarbeiter gekommen. Hinsichtlich diverser Lockdown-Szenarien sei es zudem bei Gewerbeimmobilien - insbesondere bei Hotel- und Büroobjekten - zu "wesentlichen bilanziellen Abwertungen" gekommen, so der KSV.

Restrukturierungsmaßnahmen wurden bereits eingeleitet. Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent binnen drei Jahren angeboten.

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