Mitarbeiter fehlenPersonalnot der Gastronomie: Wenn zu wenige Köche den Brei verderben

Reduzierte Öffnungszeiten und Speisekarten, zusätzliche Ruhetage, Mitarbeiter-Lotterie und die Akquise von Senioren: Gastrobetriebe spüren den Personalmangel ganz besonders.

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Fachkräfte und Hilfskräfte: Der Mitarbeitermangel in der Gastronomie wird größer
Fachkräfte und Hilfskräfte: Der Mitarbeitermangel in der Gastronomie wird größer © Kleine Zeitung/Adobe Stock
 

„Vor Corona sah es eigentlich gut aus, aber jetzt ...“, seufzt die 28-jährige Anna Lercher. In Kürze wird sie den Murauer Traditionsbetrieb, Hotel-Gasthof Lercher, übernehmen. Der Grund für den Seufzer ist nicht etwa ausbleibendes Geschäft. Sondern ein Mangel an Personal. Wie Familie Lercher geht es derzeit vielen Gastronominnen und Gastronomen im ganzen Land. 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt der Murauer Betrieb aktuell, mindestens zwei im Service, zwei in der Küche und einen Lehrling würde man zusätzlich brauchen. „Erstmals haben wir sogar einen Ruhetag einführen müssen. Es geht einfach nicht mehr“, erklärt Anna Lercher. „Unser Beruf lebt davon, dass wir Freude vermitteln, dass wir Zeit für den Gast haben.“ Egal, wo man bislang inseriert hat, die Stellen blieben unbesetzt.

Kommentare (18)
herwig67
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Asylwerber*innen

arbeiten lassen und 15 Jährige eine Lehre ermöglichen, wäre ein Ansatz. Außerdem gehören Köche etc. besser entlohnt. Derzeit liegt der KV bei 1.850,00 brutto. Da darf man sich nicht wundern, wenn man kein Personal findet.

Deloni
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Vielleicht

sollten wir es so machen wie andere Länder: Aufenthaltsgenehmigung bevorzugt für Personen, welche einen Mangelberuf ausüben

Reipsi
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Sofort rausgeschmissen

jetzt haben sie ein Problem, selber Schuld.

SoundofThunder
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🤔

Da gibt es schon mehrere Gründe als nur das Gehalt,lange Arbeitszeiten und den ganzen Tag auf den Füßen zu stehen. Geburtenschwache Jahrgänge (die Babyboomergeneration geht ja in Pension). Es gab Zeiten wo die Lehre geradezu verunglimpft wurde. Es muss ja jeder Studieren um dann im Büro zu sitzen oder sich als Influencer in der Werbebranche zu etablieren. Das rächt sich jetzt. Es gehen uns schlicht und einfach die Arbeiter aus. Das sieht man überall. Dafür sitzen arbeitslose Akademiker rum die sich mit ehrlicher Arbeit ihre Hände nicht schmutzig machen wollen. Ist ja unter deren Würde.

lieschenmueller
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Sound, wir sind alles "Kinder" unserer Zeit, und im jeweiligen Abschnitt,

wo wir so und so alt waren, fanden wir unterschiedliche Situationen vor. Und aus diesen heraus meinten wir es mit dem eigenen Nachwuchs gut.

Bei mir altem Baujahr 1961 war es in der Regel so, dass ein Teil in eine Lehre ging, ein ebenso großer oder noch größerer besuchte eine weiterführende Schule. Studium hinterher nach einer HAK oder HTL eher die Minderheit. Verdienst o.k. Man blickte aber auf den - vermeintlich gut verdienenden - Arzt oder Rechtsanwalt oder was auch immer. Dem Sohn oder der Tochter riet man in meiner Generation dann schon zum Studium. Mein Nachwuchs ging AHS, also war das fast zwangsläufig.

Was dazu führte, dass die Damen und Herren Akademiker recht viel in der Anzahl waren, aber man als Vater oder Mutter erstaunt feststellte, die Kindelein verdienen nicht viel mehr als damals der mit HAK oder HTL. Zumindest anfangs. Das ach so berühmte Angebot/Nachfrage.

Eltern, die JETZT Kinder vor dieser Entscheidung haben, müssten ihnen für die Zukunft anderes raten als wir Babyboomer damals.

PS: Der Gedanke, dass mir mal kein Installateur oder Elektriker ins Haus kommt, beunruhigt mich über die Maßen. Und die Anforderungen an diese Berufe sind enorm gestiegen, nehme ich an. Essen Gehen ist ein sehr angenehmer Luxus, aber bei gewissen Berufen geht's an ein anderes Eingemachtes, nämlich wenn es finster und kalt wird. Man könnte die Lehrberufe natürlich noch entsprechend fortsetzen, ohne die es um uns schlecht bestellt sein wird, wenn niemand nachkommen will.

Balrog206
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Sound

Alle Achtung 👍

wolfisch
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Fernsehkoch

Alle wollen nur mehr Fernsehköche werden.

lieschenmueller
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Aber keine schlechte Werbung für den Beruf

In meiner Jugend waren Fernsehköche streng wirkende Herren mit riesen weißer Haube am Kopf.

Ein Jamie Oliver hätte mich bei einer Entscheidung, eine Koch-Lehre zu machen, da schon viel eher angesprochen.

Aber die Zeit, wo man den Fernseher einschaltete und überall Kochsendungen waren, ist auch schon wieder vorbei.

melahide
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Küss

die Hand meine Damen, Grüß Gott auch an die kochbegeisterten Herren“ … im „Fernsehen wie damals“. Der Herr Misak. Der hat mit dem Publikum noch so richtig geschimpft, dass sie die Schnitzel nicht verhunzen sollen! Kult :)

lieschenmueller
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Haha,

genauso "Respekt" hatte ich vor dem Bastelonkel. Konnte das ohne Hilfe von Erwachsenen ein Kind bewerkstelligen?

altbayer
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Mehr Lohn ?

Mehr Lohn für die Angestellten würde unweigerlich zu höheren Preisen in den Lokalen führen.
Höhere Preise würden viele Gäste abhalten in die Lokale zu gehen.
Genau diese Sparefroh-Gäste würden ihr "paniertes Wettex" in den "familiär geführten Döner-Pizza-Burger-Schnitzel-Kombibuden" abholen -
der gute "Steirische Gastwirt" wird aussterben.

reiner6777
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Preis-Leistung-Geschmack

Mit Sparefroh hat eine Dönerbude sicher nix zu tun.
Im Gasthaus z.B. zahle ich für ein Wienerschnitzel ca. 12 € dann sollte noch was getrunken werden, nochmal ca. 3 bis 4 € und etwas Trinkgeld für Service „muss“ auch noch gegeben werden.

Stratusin
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Das ist eine Lotterie für die Unternehmer!

Anständige Löhne und es wäre kein Glücksspiel ob man Personal hat oder nicht. Ja, dann muss eben das Schnitzerl ein paar Euro teurer werden. Was hilft ein billiges Schnitzerl das keiner kocht und nicht serviert wird?

Balrog206
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Wie hoch

Wäre den der anständige Lohn bei dem sich dann alle Personal Sorgen in Luft auflösen ! Heut zu Tage ist Geld nicht alles ! Abend , Feiertag Sonntag usw das sind zusätzliche Hemmnisse! Noch dazu fehlen überall Lehrlinge da so wie fast jeder einmal weiter zur Schule geht !

Stratusin
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Und warum gibt es keinen Nachwuchs?

Es geht immer ums Geld. Wer gut verdient, kann sich auch mal eine Auszeit gönnen. Wenn das Geld gerade für die Fixkosten reicht, ist nix mit Pause. Und mit was zahlt man seine Freizeitbeschäftigung? Ohne Geld gibt s keine Musi!
Das heute ein guter Facharbeiter deutlich mehr verdienen kann als ein Maturant, hat sich noch nicht herumgesprochen. Zudem sind die Zuverdienstmöglichkeiten deutlich höher.

AIRAM123
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Sprich pfuschen

Balrog206
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Du

Hast jetzt aber keinen Vorschlag eines passenden Gehaltes gemacht ! Viele von der heutigen Jugend sagt ich möchte Betrag X verdienen wenn geht keine Überstunden und mo- Freitag !

GustavoGans
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Lotterie für zusätzliche Löhne?

Was für ein Humbug. Anstatt jeden Mitarbeiter anständig zu bezahlen, bekommen ein paar wenige etwas mehr. Almosen sozusagen.
Wie sollte es in der Regel für einen Kellner aussehen, der auf Saison durchhakelt. Bei einer 7-Tage Woche bei einem 12 Stunden-Tag.
Grundlohn ist 1.688. Dazu mal eine Überzahlung von 20%. Sonst muss ich nicht auf Saison gehen (und von der Familie weg). Also Grundlohn 2.000 Euro. Für die doppelten Stunden kommen nochmals 2.000 Euro plus 50% dazu. Jetzt sind wir bei 5.000 Euro. Dann noch Zuschläge für Nachtarbeit, Feiertagarbeit und 7-Tage Woche. Dann sind wir dort, wo ein Mitarbeiter halbwegs fair bezahlt ist. Und dann braucht es auch keine Lotterie.
Und wohlgemerkt, 2.000 Brutto Grundgehalt für Dauerstress ist eigentlich eh viel zu wenig.