Ab 2023 in Kraft136 Staaten ziehen laut OECD bei globaler Steuerreform mit

Reform sieht Mindeststeuer von 15 Prozent für große Konzerne vor, sie soll ab 2023 in Kraft treten.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© (c) APA/AFP/LIONEL BONAVENTURE (LIONEL BONAVENTURE)
 

136 Staaten haben sich unter dem Dach der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auf Details einer globalen Steuerreform geeinigt. Das teilte die Industriestaaten-Organisation am Freitagabend in Paris mit. Die Länder stünden für mehr als 90 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft.

Nur vier Länder, die an dem jahrelangen Prozess beteiligt waren, stimmten nicht zu: Kenia, Nigeria, Pakistan und Sri Lanka. Die drei bis zuletzt skeptischen EU-Mitglieder Ungarn, Irland und Estland hatten nach Zugeständnissen diese Woche grünes Licht gegeben.

Laut OECD sieht die Reform unter anderem eine Mindeststeuer für große Konzerne von 15 Prozent vor. Diese soll ab 2023 greifen. Außerdem sollen die 100 größten und profitabelsten Konzerne der Welt mehr Steuern in Ländern zahlen, in denen sie besonders viel Geschäft machen.

Davon dürften Schwellenländer profitieren. Gewinne im Volumen von mehr als 125 Milliarden Dollar (108 Milliarden Euro) sollen anderswo besteuert werden. Bisher verschieben große Konzerne gerne Gewinne etwa aus Patenten oder Software-Lizenzen in Niedrigsteuerländer und drücken so ihre Steuerlast deutlich. Vor allem Internet-Riesen zahlen oft kaum Steuern in den Ländern, in denen sie die meisten Kunden haben.

"Nächster Meilenstein zur globalen Steuerreform"

Inmitten der österreichischen Regierungskrise begrüßte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) nach der OECD-Sitzung die Präzisierungen als "nächsten Meilenstein zur globalen Steuerreform", die zu einer faireren Besteuerung der multinationalen Konzerne führen werde. Wichtige Punkte hätten geklärt werden können - diese beträfen insbesondere die definitive Festsetzung des globalen Mindeststeuersatzes mit 15 Prozent sowie die Höhe des zu verteilenden Residualgewinns von 25 Prozent, der an die Marktstaaten gehe.

"Wir haben immer gesagt, dass es um international tätige Unternehmen geht und es deshalb eine internationale Lösung braucht", so Blümel. Das derzeit diskutierte Modell mit der globalen Mindeststeuer gehe in die richtige Richtung. Das nun erzielte Ergebnis bringe "deutlich mehr Steuergerechtigkeit und Wettbewerbsgleichheit" als davor. "Heimische Unternehmen und der Standort Österreich profitieren von dieser globalen Einigung", erwartet der Minister.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!