Hygiene Austria FFP2-Masken dürfen nicht als "Made in Austria" beworben werden

Das Handelsgericht Wien stellt klar: Die umstrittenen Masken des heimischen Produzenten Hygiene Austria dürfen nicht als "Made in Austria" beworben werden.

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FFP2-Maske von Hygiene Austria
FFP2-Maske von Hygiene Austria © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Die skandalträchtige Maskenfirma Hygiene Austria darf ihre FFP2-Masken nicht mehr mit dem Siegel "Made in Austria" bewerben, urteilte das Handelsgericht Wien (HG Wien) nach einer Klage des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). Hygiene Austria hatte die Maskenproduktion teilweise nach China ausgelagert, aber mit der Herstellung in Österreich beworben.

"Das Vorgehen von Hygiene Austria hat das Vertrauen der Verbraucher/innen stark beschädigt. Umso erfreulicher ist es, dass Hygiene Austria nun das Klagebegehren des VKI rasch anerkannt hat und damit klargestellt ist, dass Hygiene Austria seine Masken nicht mehr mit Hinweis auf heimische Produktion bewerben darf", sagte Konsumentenschutzminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Mittwoch laut einer Aussendung. Der VKI ging im März im Auftrag des Sozialministeriums gegen die Bewerbung von FFP2-Masken der Hygiene Austria als "Made in Austria" vor.

Anwaltskanzlei als Neo-Eigentümerin

Der VKI bedauert jedoch, durch das Anerkenntnis keine inhaltliche Klärung zur Frage erhalten zu haben, wann allgemein mit "Made in Austria" geworben werden darf. "Konsumentinnen und Konsumenten müssen bei ,Made in Austria'-Produkten allerdings darauf vertrauen können, dass sie mit ihrem Kauf heimische Ware erhalten. Der VKI wird daher künftige Werbung mit ,Made in Austria' sehr kritisch prüfen", so Thomas Hirmke, Leiter des Bereiches Recht im VKI.

Das Textilunternehmen Palmers und der Fasersteller Lenzing gründeten im Frühjahr 2020 den Maskenhersteller Hygiene Austria als Joint Venture. Die Firma musste heuer Anfang März nach einer Hausdurchsuchung und Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) einräumen, FFP2-Masken zwar als "Made in Austria" beworben, einen Teil davon aber in China zugekauft zu haben. Im Fokus standen auch die Arbeitsbedingungen der großteils über Leiharbeitsfirmen beschäftigten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Nach der Hausdurchsuchung kam es zum Bruch zwischen Lenzing und Palmers. Der Faserkonzern zog zuerst seine Manager ab und übertrug dann den Hygiene-Austria-Firmenanteil an Palmers. Im Juni wurde bekannt, dass Hygiene Austria den Teilbetrieb "Herstellung und Vertrieb von FFP2-Masken sowie MNS" an eine Tochterfirma einer Wiener Anwaltskanzlei verkauft hat. Warum das Inventar verkauft wurde, wenn man weiter Masken produzieren will, blieb vorerst unklar.

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Danke für Ihr Verständnis.

stadtkater
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Und Herr Wieser

macht noch immer Inventur? Wann kommt es zur Anklage? Oder wird das österreichisch gelöst?

ANMAAN
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Trotzdem

Egal ob Österreich oder nicht - sie sind/waren trotzdem die besten Masken!

freeman666
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Mit dem gelogenen Made in Austria

wurden etliche seriöse Medizinproduktehändler geschädigt, die ehrlich (gab ja so gut wie keine anderen) Made in China - Masken - aber in Europa geprüft - verkauft haben.

dieRealität2020
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Ich bin immer wieder erstaunt was hier diskutiert wird.

Der VKI und Hygiene Austria sind gegenteiliger Rechtsansicht über eine Pruktauszeichnung. Nichts Aufregendes noch Neues. Hatten wir allein unzählige Male (hundertfach seit 50 Jahrzehnten) in der EU und in ihren Mitgliedsländer.
.
Dieser Hinweis ist zur Sache selbst genaugenommen unbedeutend. "...Außerdem wurde auf heimische Wertschöpfung und das Bestehen von 200 Arbeitsplätzen in Österreich hingewiesen..."
.
Das Handelsgericht Wien (Rechtskraft?) hat die Rechtsansicht des VKI bestätigt. Die Masken dürfen nur unter einer anderen Auszeichnung in den Verkehr gebracht werden. Guten Morgen Österreich.

notokey
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Sie verkennen die Lage!

Diese Praktik schädigte nicht nur „Made in Austria“ und glorifizierte „Made in China“.
Sie beschädigt das Ansehen der heimischen Unternehmer, die keineswegs für Profit über „Leichen“ gehen, so wie in diesem Fall.

Vertrauen der Konsumenten wurde zerstört, die Bereitschaft für „Made in Austria“ mehr hinzulegen, als für „Made in China“ ausgenutzt. Viele, die bereits der Meinung waren, dass Unternehmer „Obanehmer“ sind, sehen sich bestätigt und viele andere zweifeln nun. „Is eh alles aus China“

Guten Morgen, Realität2000!