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Viele FragezeichenHygiene Austria trat Maskengeschäft an Firma einer Anwaltskanzlei ab

BNB.healthcare GmbH übernahm "Herstellung und Vertrieb von FFP2-Masken sowie MNS". Die Hintergründe sind unklar.

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Hygiene Austria hatte in der Coronapandemie Schutzmasken aus China als österreichische verkauft
Hygiene Austria hatte in der Coronapandemie Schutzmasken aus China als österreichische verkauft © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Die ehemals gemeinsame Maskenfirma von Palmers und Lenzing, Hygiene Austria, hat den Teilbetrieb "Herstellung und Vertrieb von FFP2-Masken sowie MNS" an eine Tochterfirma einer Wiener Anwaltskanzlei verkauft, wie aus dem "Firmencompass" hervorgeht. Zuerst haben die "Salzburger Nachrichten" darüber berichtet. Die Hintergründe des Verkaufs blieben zunächst unklar. Zu den Details sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es von Hygiene Austria zur Zeitung.

Laut "SN" erfolgt der Verkauf von Maschinen, Material und Ware bereits im Mai. Käufer ist die BNB.healthcare GmbH. Geschäftsführer ist der Wiener Anwalt Thomas In der Maur. Seine mit Partnern betriebene Kanzlei ist Alleingesellschafter. Gegenüber den "Salzburger Nachrichten" wollte er am Freitag nicht über die weiteren Pläne sprechen. Als Geschäftszweig ist im Firmenbuch "Entwicklung, Herstellung, Vermarktung und Handel von bzw. mit Hygiene- und Schutzartikeln, insbesondere Schutzmasken" vorgesehen.

Hygiene Austria will Produktion weiterführen

Hygiene Austria hatte vor wenigen Tagen noch erklärt, man wolle die Produktion weiterführen und das Sortiment erweitern. In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber den "SN" blieb das Unternehmen am Freitag - trotz verkaufter Produktion - dabei: Der Fokus liege auf der Stabilisierung "und der Weiterführung des laufenden Geschäfts". Wieso verkauft man das Inventar, wenn man weiter Masken produzieren will? Geschäftsführerin Claudia Witzemann, die erst Anfang April neu ins Unternehmen geholt wurde, wollte der Zeitung persönlich keine weiteren Fragen beantworten.

Masken aus China als österreichische verkauft

Hygiene Austria hatte in der Coronapandemie Schutzmasken aus China als österreichische verkauft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit und Betrug. Als der Etikettenschwindel aufflog, zog sich der Faserhersteller Lenzing nach einem Streit mit dem ehemaligen Partner Palmers aus dem Unternehmen zurück. Die Palmers Textil Aktiengesellschaft ist seither Alleineigentümer. Wie aus dem mittlerweile im Firmenbuch hinterlegten Abtretungsvertrag hervorgeht, betrug der Kaufpreis für Lenzings Anteil einen Euro. Zusätzlich wurde ein sogenannter Earn-out-Betrag vereinbart, also ein erfolgsabhängiger Anteil des Kaufpreises, der später ausgezahlt wird. In diesem Fall sind es 17 Prozent des Umsatzes der Gesellschaft, die Lenzing jedes Jahr bis Ende 2025 zustehen, maximal jedoch 3,6 Millionen Euro.

Die Hygiene Austria hatte mit dem Maskenverkauf 2020 gut verdient, wie die "SN" weiter berichten. Bei einem Umsatz von rund 19 Millionen Euro erzielte man ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 7,6 Millionen Euro und ein Gesamtergebnis von 5,7 Millionen Euro, schrieb die Zeitung unter Berufung auf die Lenzing-Bilanz. Ein Lenzing-Sprecher betonte gegenüber den "SN", dass der Gewinn nicht an Lenzing ausgeschüttet worden sei. Auch laut dem Abtretungsvertrag verzichtete Lenzing rückwirkend auf Ausschüttungen.

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Danke für Ihr Verständnis.

dieRealität2020
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Das ist eine logische rechtliche kaufmännisch finanzielle Schlussfolgerung nach dem Desaster.

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Zum Schutz von möglichen Regressansprüche wurde das Anlagevermögen verkauft. Werden zu späteren Zeitpunkt Regressansprüche gestellt, dann gibts Rechtsfristen ob das Anlagevermögen zu Recht oder zu Unrecht veräußert wurde.
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Die Hygiene Austria LP GmbH ist eine normale Gesellschaft mit beschränkter Haft. Dazu gibts ein Gesellschaftsrecht. Gesellschafter und Geschäftsführer sind in der Haftung. Nur im Endeffekt werden die ehemaligen Partner und Verkäufer kaum dieses Unternehmen nicht in den Konkurs oder in einen Ausgleich schlittern lassen. Palmers und Lenzing sind renommierte Unternehmen.
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Letztendlich ist es nichts anderes für die ehemaligen Eigentümer auszurechnen wie man kostengünstig aus der Misere aussteigen kann. Welche Art des Ausstiegs rechnet sich am günstigsten.
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Man wartet, ob auch tatsächlich rechtliche und gerichtliche Regressansprüche bestehen. Inzwischen wird das neue Unternehmen produzieren und vertreiben.

ichbindermeinung
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Alle coronabedingten Aufträge prüfen

Alle coronabedingten öffentlichen Auftragsvergaben sollten aufgerollt und geprüft werden. Testankäufe Masken Teststrassen Werbeeinschaltungen fürs Impfen Testen Abstandhalten usw....

froed
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Treuhänderkonstrukt

wäre interessant wer dahinter steht

Robinhood
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MNS in ganz Europa

Nur in Österreich ist FFP2 Maske vorgeschrieben. Im Rest von Europa reicht ein normaler Mund-Nasenschutz. Das stinkt nach Korruption und Netzwerkwirtschaft. Würde gerne die Profitöre öffentlich genannt sehen.

dieRealität2020
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@Robinhood Schreibens nicht soviel Blödsinn. Was sie wollen ode3r nicht macht eine Kuh jeden Tag. Sorry.

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Deutschland besitzt u.a. ebenfalls die Verpflichtung zu FFP2-Masken. Tatsache ist, dass es keine "eindeutigen" wissenschaftlichen noch medizinischen Studien über die Wertigkeit dieser Masken gibt. Einerseits sind u.a. >>>>> die KN95 OP Einwegmasken <<<<< wissenschaftlich und medizinisch dokumentiert und werden auch verständlicherweise lückenlos getragen. Auch die Wertigkeit ist bei FFP2 Masken sehr hoch, falls sie auch richtig getragen werden. (Das ist nämlich die Krux der Sache. Und wer trägt sie und nutzt sie als Einwegmaske, denn dann haben sie den größten Schutz.
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Die Entscheidung in Österreich und Deutschland für FFP2-Masken war sachlich richtig und korrekt. Im Übrigen sollten sie wissen das die Mehrheit in manchen Gesellschaften und Länder FFP2-Masken trägt.
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Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat die FFP2-Masken-Pflicht diese Woche infrage gestellt – man erwarte sich keinen Mehrwert davon. >>>>> Das steht im Widerspruch zu vielen Studien, auch heimische Expertinnen und Experten können die Kritik nicht nachvollziehen. Desgleichen in Deutschland und in anderen Länder. <<<<<
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Zu den 1.128 divergierenden neunmalklugen besserwisserischen Meinungen und Statements möchte ich nichts dazu sagen.

Robinhood
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Weitblick

Sie sitzen scheinbar gelangweilt in Kärnten herum. Fakt ist, dass in ganz Europa, insbesondere in Deutschland, Frankreich und Italien normaler MNS getragen und akzeptiert wird. Den Preisunterschied brauch ich Ihnen sicher nicht erklären?

dieRealität2020
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Mehr ist dazu nicht zusagen.

Fakt ist, der Stoff von FFP2-Masken filtert besser als die Materialien der meisten herkömmlichen Mund-Nasen-Abdeckungen, und FFP2-Masken schließen dichter ab.

DergeerderteSteirer
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Da dampft auch ein ungustiöser Geruch herum, ..................


wer sackt da jetzt was ein, hat da nicht "die türkise Familie" auch die Hände offen ............. ;-)