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Offizielle Inbetriebnahme Umspannwerk Villach Süd bindet Kärnten an europäisches Netz an

80 Millionen Euro haben APG und Kärnten Netz GmbH in die 220/110-kV-Netzabstützung investiert. Die Unternehmen und auch Landeshauptmann Kaiser sprechen von einem "Meilenstein für die Versorgungssicherheit in Kärnten".

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Die neue 220-kV-Anlage bei Fürnitz © Waschnig/Kärnten Netz
 

Es war wohl eines der umstrittensten Projekte in Kärnten in den vergangenen Jahren: die 220/110-kV-Netzabstützung in Villach Süd. Am Mittwoch wurde sie im Rahmens einer kleinen Feier offiziell in Betrieb genommen. 80 Millionen Euro haben der Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) und der Verteilernetzbetreiber Kärnten Netz GmbH in das Projekt investiert, wobei mit 50 Millionen Euro der größere Teil von der Kärnten Netz gekommen ist.

Kelag-Vorstandssprecher Manfred Freitag spricht von einem "Meilenstein für die Kärntner Energieversorgung". Reinhard Draxler, der Geschäftsführer der Kärnten Netz GmbH, erinnert noch einmal daran, dass schon vor zwölf Jahren mit der Projektplanung begonnen wurde. Nicht zuletzt deshalb, weil man schon damals davon ausgegangen sei,dass der Großraum Villach, in dem 150.000 Menschen leben, weiter wachsen wird.

Besichtigung der neuen 110-kV-Anlage Foto © Waschnig/Kärnten Netz

"Wichtiges Projekt für Industriestandort Kärnten"

Für den Leitbetrieb Infineon aber auch für viele andere erfolgreiche Unternehmen der Region sowie künftige Betriebsansiedelungen ist das Umspannwerk alternativlos. "Es ist ein Projekt, das wichtig für den Industrie- und Lebensstandort Kärnten ist, und das man erst in der Zukunft wird würdigen können", erklärte Landeshauptmann Peter Kaiser im Rahmen der Inbetriebnahme.

APG-Vorstandsdirektor Gerhard Christiner und Kelag-Vorstandssprecher Manfred Freitag präsentieren "ihr" Projekt Foto © Waschnig/Kärnten Netz

Für Gerhard Christiner, den technischen Vorstandsdirektor der APG, steht das Thema Versorgungssicherheit im Vordergrund: "Mit einer Stromnetz-Verfügbarkeit von 99,99 Prozent liegt Österreich hier im weltweiten Spitzenfeld. Projekte wie die Netzabstützung Villach Süd sind ausschlaggebend dafür, dass das auch in Zukunft so bleibt." Und für das Gelingen der Energiewende brauche es neben ausreichenden Produktionskapazitäten und Speicheranlagen eben Leistungskapazitäten und Umspannwerke. Auch, um Energie aus Wind und Photovoltaik entsprechend effizient in das Stromnetz einspeisen zu können.

Landeshauptmann Peter Kaiser: Es ist ein Projekt, das wichtig für den Industrie- und Lebensstandort Kärnten ist Foto © Waschnig/Kärnten Netz

Damit es nicht finster wird

3,1 Milliarden Euro würden daher in den kommenden Jahren in Österreich in den Aus- und Umbau der Netzinfrastruktur investiert, davon alleine heuer rund 360 Millionen Euro. 20 weitere Projekte in Bezug auf Umspannwerke seien in Österreich für die nächsten 20 Jahre in Planung. Eine 380-kV-Leitung sei zumindest für die nächsten zehn Jahre für Kärnten aber nicht auf der Agenda, so Christiner. Der Beinahe-Blackout im Jänner habe die Bevölkerung aber dafür sensibilisiert, dass es nicht selbstverständlich ist, dass jederzeit Strom in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Wolfgang Ranninger (Projektleiter APG), Gerhard Christiner (technischer Vorstandsdirektor der APG), Michael Marketz und Reinhard Draxler (Geschäftsführer der KNG-Kärnten Netz GmbH) und Gernot Kowatsch (Projektleiter KNG-Kärnten Netz GmbH) (v. l. n. r.) Foto © Gleiss

Für die 220-kV-Anlage und die 110-kV-Anlage, die den Strom dann quasi übernimmt und zur Kelag weitertransportiert, brauchte es jeweils die Fläche eines Fußballfeldes. Alleine für die 110-kV-Anlage wurden 3000 Kilometer an Kabel verlegt", erklärt Draxler bei der Führung. 14.000 Drahtenden hätten angeschlossen werden müssen. Die 220/110-kV-Netzabstützung verbindet das 110-kV-Netz im Raum Villach mit dem österreichischen Übertragungsnetz und dadurch auch mit dem europäischen Verbundnetz.

Kommentare (1)
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Robinhood
2
5
Lesenswert?

Kärntner Stromkunden zahlen

Es sollte schon erwähnt werden, dass diese Investition von den Kärntner Netzkunden bezahlt wird und das wir die höchsten Netzkosten von Österreich haben.